HASIF – Siedlungsfeste

Bei den Siedlungsfesten am 15. und 22. Oktober stand das Thema Sicherheit im Mittelpunkt. Ein attraktives Informationsangebot, Kinder- und Jugendprogramm, kulinarische Schmankerl und praktische Tipps für den Alltag lockten zahlreiche BesucherInnen zu zwei nicht alltäglichen Veranstaltungen.

“Sicher fühle ich mich, wenn ich meine Wohnungstür offen lassen kann und keine Angst habe, dass irgend jemand mich bedroht oder mir etwas wegnehmen will” brachte es eine Besucherin der Siedlungsfeste auf den Punkt. Der Kommentar ist Teil der Ergebnisse einer in den Monaten Juni – Oktober durchgeführten Straßenbefragung in Wohnsiedlungen der Grazer Bezirke Lend und Jakomini Straßenbefragung in Wohnsiedlungen der Grazer Bezirke Lend und Jakomini. Dabei ging es um Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheitssituation und eine Verbesserung der Lebensqualität im Wohnumfeld.

Fazit: Sicherheit bedeutet für die meisten Menschen neben Schutz vor Diebstahl und Gewalt auch Gesundheit, soziale Sicherheit und gutes Zusammenleben. Besonders der Umgang mit unseren unmittelbaren Nachbarn bestimmt unser Sicherheitsempfinden.

“Habe ich ein gutes und respektvolles Verhältnis zu meinen Nachbarn fühle ich mich sicherer.” so Petra Lex vom Friedensbüro. Leider ist der Umgang miteinander in vielen Wohnhausanlagen von Vorbehalten und Konflikten geprägt. Besonders zwischen Kindern, Jugendlichen und Älteren Menschen, bei der Müllentsorgung, wegen Lärmbelästigung oder aufgrund von Vandalismus kommt es immer wieder zu Konflikten und Beschimpfungen. Lösungsorientierte Kommunikation miteinander bleibt dabei oft auf der Strecke.

Halwa, steirischer Apfelschlangl, kurdische Kuchen und albanische Torten der Siedlungsbewohner boten Gelegenheit dem Misstrauen mit Süße und Kochkunst zu begegnen. Das Grazer Umweltamt präsentierte Vorschläge zur Müllvermeidung, stellte Container zur Problemstoff und Elektrogerätesammlung zur Verfügung. Einfach und auf gleicher Augenhöhe konnten die Anrainer mit Stadtpolitikern über Probleme reden und ihre Wünsche und Anliegen deponieren.

“Wir sind uns klar, dass offene Konflikte und tiefsitzende Vorbehalte durch solche Feste nicht gelöst werden”, stellt Jutta Dier, Geschäftsführerin des Friedenbüros klar. “Deshalb sind die Feste nur Auftakt für weitere Aktionen. Unser Projekt ist Teil vieler Initiativen die für ein friedliches und gutes Zusammenleben der Menschen in unserer Heimat stehen.” Das Friedensbüro wird im Laufe der kommenden 2 Jahre, gemeinsam mit Siedlungsbewohnern und relevanten Einrichtungen weitere Aktivitäten und Maßnahmen zur Verbesserung des Zusammenlebens im unmittelbaren Wohnumfeld der Grazer Bevölkerung setzen. Die Feste waren ein guter Anfang.

 

Fotos der Veranstaltungen, Quelle: Friedensbüro