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16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Wie alle Jahre wird in den 16 Tagen zwischen dem 25. 11 und dem 10.12. Gewalt an Frauen thematisiert und diskutiert. Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Es geht um sexualisierte Gewalt, aber auch um psychische Gewalt und nicht zuletzt um die Gewalt, die durch die Strukturen unserer Gesellschaft hervorgerufen werden. Armut, Krankheit, Abhängigkeit sind Ausprägungen von Gewalt an Frauen.

Der 25.11. ist der  Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Das Datum erinnert an die Schwestern Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik verfolgt und ermordet wurden. Seit 1981 organisieren Menschenrechts-und Frauenorganisationen Veranstaltungen zum Thema. 1999 wurde der Tag von der UNO als Gedenktag anerkannt.

 

 

Veranstaltungen in Graz:

24. November 2016, von 13.00-16.00 Uhr,
Seminarraum Stempfergasse 7, 8010 Graz
Univ.-Prof.in Dr.in Birgit Sauer vom Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien wird den Vortrag "Instrumentalisierung von sexualisierter Gewalt und Politiken des Ausschlusses" halten und anschließend für ein Gespräch zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen zum Netzwerk finden sich auf http://www.netzwerk-gegen-sexualisierte-gewalt.at/

 

24. November 2016, 19:00
Kritisches Kino: Auswege, ein Spielfilm über den Ausbruch dreier Frauen von Nina Kusturica

Grüne Akademie / Grünes Haus, Kaiser-Franz-Josef-Kai 70, 8010 Graz

Auswege aus Gewaltbeziehungen ist das Thema des gleichnamigen Spielfilms, der im Sommer 2002 in Wien und Umgebung gedreht wurde.

 

25.November 2016, 8 – 15 Uhr, Audimax FH Joanneum
Selbst Sicher! Fachtagung und Präsentation der Steirischen Sicherheitsbroschüre
Informationen gegen Gewalt für Frauen und Männer

Fachstelle Hazissa in Kooperation mit dem Land Steiermark und der Stadt Graz

 

7. Dezember 2016, 11:00 Uhr
Thementag "GEWALT MACHT ARM
": Warum Frauen besonders gefährdet sind
Frauenservice, Lendplatz 38

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zeigen Beraterinnen des Frauenservice auf, wie eng Armut und Gewalt gegen Frauen verknüpft sind.
In der Beratungsstelle sind keineswegs nur körperliche Gewalt und Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmtheit häufiges Thema. Vielmehr rutschen Frauen oft erst durch ihre prekäre gesetzliche Absicherung in finanzielle, emotionale und faktische Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb von Partnerschaft und Familie. Sowohl die mangelhafte pensionsrechtliche Absicherung von Frauen, als auch die Vorgaben des Fremdenrechts führen Frauen immer wieder in scheinbar ausweglose Gewaltbeziehungen und Armutsfallen.
Wie Frauenberatung dabei hilft, aus Gewalt und Armut auszubrechen, zeigen Juristinnen, Psychologinnen, Interkulturelle Sozialberaterinnen und Sozialarbeiterinnen des Frauenservice anhand von konkreten Beispielen aus der Beratungspraxis.

Kurzvorträge mit Beraterinnen des Frauenservice, anschließend Tag der Offenen Tür mit Austausch, Diskussion, Buffet und Führung durch die Beratungsstelle

Die Veranstaltung ist kostenlos!
Auch Gruppen sind herzlich eingeladen. Bitte um kurze telefonische Anmeldung unter 0316 / 716022.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Büro für Frieden und Entwicklung trauert um Stadtrat a.D.
DI Klaus Gartler

 

Völlig unerwartet ist DI Klaus Gartler vor kurzem verstorben. Von Beruf Architekt und Stadtplaner fühlte er sich der Stadt Graz als Stadtrat und später als Gründungs- und Vorstandsmitglied des Friedensbüros sowie als Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des Menschenrechtsbeirates besonders verbunden. Für den weltoffenen und zutiefst humanistischen Sozialdemokraten waren soziale Gerechtigkeit und friedliche Zusammenarbeit und Entwicklung in einer städtischen Gesellschaft wie Graz von grundlegender und essentieller Bedeutung. So gab er mit einer seiner älteren Arbeiten für den Steirischen Herbst 2016 einen wesentlichen Impuls. Gartler bewies anhand von Manhattan, dass auf einem Drittel der Fläche von Graz drei Millionen Menschen gut miteinander leben und auskommen können. Durch sein klares und analytisches Denken erkannte er in Diskussionen rasch die wesentlichen Punkte. Immer war er ein Unterstützer und Förderer von Menschen, die das demokratische und friedliche Zusammenleben im Auge hatten.

Als steirischer Vorsitzender der Österreichischen Liga für Menschenrechte wirkte er im Rahmen der Liga weit über die Grenzen der Steiermark hinaus. Bei der jährlich am 10. Dezember vom Bundesheer abgehaltenen Gedenkfeier zum Internationalen Tag der Menschenrechte der Vereinten Nationen war Klaus Gartler einer der drei Redner. Die letzte Rede vom 10. Dezember 2015, gehalten im Gedächtnishain der Belgier-Kaserne, sei als sein Vermächtnis auszugsweise wiedergegeben:

Aber heute tragen wir auch die Bilder der Menschen mit uns, die vor dem grausamen Krieg im Nahen Osten, vor Armut und Hunger in Afrika und anderswo nach Europa flüchten. Jean Ziegler hat in einem Interview erst diese Woche wieder berichtet, dass täglich 100.000 Menschen auf der Welt an Hunger sterben, das sind 36 Millionen Menschen im Jahr. Diese Menschen können nirgends mehr hingehen. Nach Angaben des UNHCR befinden sich 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, nahezu eine Million Flüchtende sind dieses Jahr über Italien und den Balkan nach Europa gekommen und ein großer Anteil wählte den Weg über Österreich. Die Länder und Institutionen der Europäischen Union stehen wohl vor der schwersten Aufgabe seit 1945. Wir alle wissen es, vier Millionen Flüchtlinge verharren immer noch in den Lagern der Nachbarländer Syriens.
Und wir wollen es auch nicht verschweigen, es gibt gute humane Ansätze eines Weges, eines neuen Weges, wie die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Migrationspolitik und eine folgende Aufteilung der anerkannten Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten. Die Bildung einer EU-Avantgarde unter österreichischem Vorsitz mit dem Ziel, eine Brücke zu den migrationsskeptischen Ländern zu schaffen. Vor allem aber die internationalen und diplomatischen Initiativen zur Beendigung der Kriegshandlungen im Nahen Osten, die Fortsetzung der Vienna-Talks, die als Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden geführt werden müssen. Es wird dauern, aber bis dahin darf die Staatengemeinschaft die flüchtenden Menschen nicht allein lassen. Sie haben das Recht auf Leben und Würde!
Hier schließt sich der Kreis der Gedanken und des Gedenkens an diesem Ort. Zuerst wurde die Würde der Menschen verletzt, dann ihr Recht auf Sicherheit und Leben genommen und am Ende wurden sie von den NS-Terroristen ermordet.

Es gibt keine Alternative! Wir müssen die Grund-, Freiheits- und Menschenrechte, wie sie in Erklärungen, Konventionen, Katalogen und Verfassungen stehen, bewahren und verteidigen. Erst dann können wir mit Hoffnung und Zuversicht zu unseren Kindern und Enkelkindern sagen: Es wird alles wieder gut.

Das Friedensbüro verliert mit Klaus Gartler einen langjährigen Freund und unermüdlichen Mitstreiter für Frieden und Menschlichkeit.

Dietmar Dragaric

 

 

 

 

 

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