Warum Konflikte besser gemeinsam gelöst werden

Konflikt kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „zusammentreffen“, „kämpfen“. Und genau das kann passieren, wenn Menschen einander begegnen. Dabei prallen unterschiedliche Interessen, Wertvorstellungen, Ziele aufeinander, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen. Dass es unter uns manchmal „kracht“ ist völlig natürlich, kann schon mal vorkommen. Der Konflikt an sich, ist also noch lange nichts Schlechtes – es kommt immer darauf an, wie wir am Ende damit umgehen. Schalten wir auf stur, hören dem Gegenüber gar nicht mehr zu, wiederholen selbst nur gebetsmühlenartig unsere Haltung? Oder sind wir offen für eine Diskussion, bleiben sachlich, versuchen uns in andere hineinzuversetzen? Leicht ist es nicht immer, und wie so oft, bedarf es auch hier Übung.

Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, spielt in der Konfliktlösung eine wichtige Rolle. Es geht darum, das Gegenüber zu sehen, Verständnis für die jeweils andere Meinung aufzubringen. Weshalb denken andere anders als man selbst? Warum sehen sie die Dinge aus einer völlig fremden Perspektive? Man kann sie üben, im Alltag trainieren – die Fähigkeit, sich in Menschen hineinzuversetzen. In der Straßenbahn, im Bus, in der Fußgängerzone, , überall da, wo viele Leute unterwegs sind. Genau hier können wir sie beobachten, versuchen zu verstehen, weshalb sie so handeln, wie sie es tun. Kinder hingegen können in ihrem Einfühlungsvermögen ebenfalls unterstützt werden. Geschichten über unterschiedliche Menschen und Situationen helfen, den Erfahrungshorizont der Kleinen zu erweitern.

Doch es ist nicht nur die Empathie, die beim Konfliktlösen hilft. Dafür braucht es auch die Bereitschaft aller Beteiligten, die jeweiligen Argumente anzuhören, nicht nur auf den eigenen zu beharren. Sturheit hat noch keine Auseinandersetzung aus dem Weg geschafft. Zusätzlich braucht es den Willen aller, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Dafür ist es wichtig, die Angelegenheit in ruhiger Atmosphäre zu besprechen – dann, wenn die Emotionen weitestgehend abgeklungen sind. Gefühle wie Wut oder Enttäuschung können im Gespräch zwar erwähnt, sollten aber vom eigentlichen Konfliktthema strikt getrennt werden. Wer sich allein nicht wohlfühlt, kann im Einverständnis aller, eine neutrale Person hinzuziehen. Diese versucht zu vermitteln, in einer konstruktiven Gesprächsführung zu unterstützen.

Manchmal ist es wichtig zu schweigen, doch in Konfliktsituationen ist allemal besser, den Mund aufzumachen, darüber zu reden, das Problem gemeinsam aus der Welt zu schaffen – wenn das gelingt, gewinnen alle, wachsen wir wieder ein Stückchen zusammen.

Tipp 19: Aus Sicht des anderen wird vieles verständlicher

Tipp 20: Gerüchte gehören gefiltert

Tipp 21: Schweigen hilft nicht immer.

Tipp 22: Nachfragen kann vorbeugen 

 

Foto: ©Friedensbüro, Konfliktlehrgang für BezirksrätInnen