Warum zu einer guten Nachbarschaft alle etwas beitragen können

Jeder Mensch braucht einen Ort, an dem er sein darf, sich wohlfühlt. Kinder, Jugendliche, Familien, Ältere, Singles, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Alle. Gleichzeitig steht aber immer weniger Platz zur Verfügung. Die Menschen haben kaum Raum, sich irgendwo aufzuhalten. Ungezwungen, ohne etwas konsumieren zu müssen, einfach so. Und wenn, dann sind diese Orte wenig gestaltet, meist nur für eine einzige Zielgruppe konzipiert. Eine kleine Sandkiste und ein Schaukelpferd im Innenhof der Siedlung müssen reichen, für alle! Da werden die Bedürfnisse Vieler außer Acht gelassen. Vor allem aber die der Jugendlichen. Oft gibt es nicht einmal ein Bankerl zum Ausruhen. Wenn dann beengter Raum auf unterschiedliche Bedürfnisse trifft, wird es schwierig. Konflikte sind vorprogrammiert.

Jetzt kann man sich natürlich beschweren, Andere für die Lösung eines Problems verantwortlich machen, oder sich frustriert zurückziehen – warum sollte gerade ich etwas tun? Man wäre in guter Gesellschaft. Immerhin ist Österreich als Nation der Raunzer bekannt. Gleichzeitig liegen wir mit der Anzahl der ehrenamtlich engagierten Menschen im EU-Spitzenfeld. 46% aller über 15-jährigen engagiert sich. Ob bei der Feuerwehr, Rettung, Pfarrcaritas, im Umweltschutz, bei Jugendorganisationen oder im Tierschutz. Es wird also nicht bloß gesudert. Viele von uns setzen sich auch für die Umwelt ein, nehmen die Dinge in die Hand.

Warum nicht auch in der Nachbarschaft? Vom Raunzen zum Tun!

Der Eine schaut mal schnell auf die Kinder der Nachbarin, die Andere initiiert einen Gemeinschaftsgarten, das Mädchen von nebenan erledigt den Einkauf für den Herrn gegenüber und der junge Student hilft bei den Hausübungen. Vorhandene Probleme werden in die Hand genommen, die Ärmel hochgekrempelt. Gemeinsam auf der Suche nach Alternativen! Und wenn es unterschiedliche Vorstellungen über die Nutzung von Gemeinschaftsflächen gibt? Dann braucht es Gespräche zwischen den verschiedenen Gruppen. So kann gemeinsam nach möglichen Lösungen gesucht werden. Wie könnte zum Beispiel das Bewegungsbedürfnis der Schulkinder und der Wunsch nach einem ruhigen Plauscherl der Damenrunde unter einen Hut passen können. Das Friedensbüro kann dabei unterstützen.

In den folgenden Tipps geht es um Vorschläge für eine gelungene Nachbarschaft, Ideen, die jeder Mensch im eigenen Umfeld anwenden kann. Vom Volksschulkind bis zur Seniorin, von der Hausbesorgerin bis zum neu zugezogenen Nachbarn. Nachbarschaft geht uns alle an!

Tipp 6: Der öffentliche Platz gehört uns allen

Tipp 7: Geschmäcker sind verschieden.

Tipp 8: Grüßen tut nicht weh

Tipp 9: Nur Jammern bringt uns nicht weiter

Tipp 10: Die Nachbarschaft bietet viele Möglichkeiten  

 

Foto ©Friedensbüro, Floßlendsiedlung