Wo Schaden entsteht, wo Wunden verursacht werden braucht es Heilung, Wiedergutmachung und die Übernahme von Verantwortung.

Ein Konflikt oder eine Straftat lösen meist Schaden und Verletzungen aus. Übliche Reaktionen auf negative Auswirkungen eines Konflikts oder einer Straftat sind, diese „weghaben“ zu wollen, die Verursacher:innen sollen bekommen „was sie verdienen“, entstandener Schaden wird im Rechtssystem mit einer Strafe ausgeglichen.
Restorative Justice gibt eine ganzheitliche Antwort: Konflikte und Straftaten werden eingebettet in ein Netz von sozialen Beziehungen und ein gesellschaftliches System verstanden. Das bedeutet, dass der Kreis derer, die davon betroffen sind weiter gedacht wird. Je nach Anlassfall werden dementsprechend die Bedürfnisse und Ressourcen des betroffenen Umfelds wie zum Beispiel Arbeitsplatz, Familie oder Nachbarschaft miteinbezogen. Im Mittelpunkt stehen Frage wie:

Welche Bedürfnisse wurden verletzt?

Wie können diese wieder gut gemacht werden?

Wer trägt Verantwortung?

Was und wen braucht es, um den sozialen Frieden wieder herzustellen?

Statt das Fehlverhalten oder die Frage nach der Schuld in den Vordergrund zu stellen, geht es vielmehr darum die Beziehungen und das Wohl aller betroffenen Menschen in das Zentrum der Lösungssuche zu stellen.
Ursprünglich kommt der Begriff der Restorative Justice aus dem Bereich des Strafrechts, doch der restaurative Blick kann auf alle Lebensbereiche angewendet werden. Es geht  um einen grundlegenden Paradigmenwechsel:

Von Schuld zu Verantwortungsübernahme

Vom Regelbruch zum Blick auf Bedürfnisse

Von über jemanden entscheiden zu Gemeinsam Lösungen suchen

Von “Konflikte sind schlecht” zu Konflikte bergen die Möglichkeit Beziehungen zu stärken und zu wachsen.

Über die nächsten Wochen werde ich im Rahmen der Serie „Konflikte ganzheitlich betrachten und wachsen: Impulse aus der Restorative Justice – Wiederherstellende Gerechtigkeit“ weitere Facetten beleuchten und über Methoden der Umsetzung und von praktischen Beispielen berichten.

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Von: Katharina

20. März 2024

Bild: AdobeStock_einewelt

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