Friedensgedanke 4.4.2016

Frieden, Gewaltfreiheit und sozialer Zusammenhalt fallen nicht vom Himmel!

Friedliches, gewaltfreies und solidarisches Handeln im Umgang mit den Mitmenschen fallen nicht vom sprichwörtlichen Himmel. Es wissen zwar die meisten Menschen, dass Frieden, Gewaltfreiheit und Solidarität die besseren Werte sind als ihr jeweiliges Gegenteil.
Oft jedoch fehlt es am sprichwörtlichen Können, an Kompetenzen oder am Mut, um das implizite Wissen zur verantwortungsvollen Tat oder Aktion werden zu lassen. “Ich sage lieber nichts,” heißt es dann, wenn die Arbeitskollegin am Arbeitsplatz gemobbt wird und man selber wegschaut. “Ich vergrabe mich lieber hinter meiner Zeitung in der Straßenbahn”, wenn ein Migrant rassistisch angepöbelt wird. “Sollen doch die anderen den Armen helfen, mir schenkt ja auch keiner etwas”, tönt es im Brustton der vermeintlichen Lässigkeit. Kurzum: Viele Menschen überlegen, was alles passieren kann, wenn man etwas tut für Frieden, Fairness, Solidarität und Gewaltfreiheit. Sie überlegen jedoch kaum, was alles passiert, wenn sie nichts sagen oder tun gegen Unrecht, Leid und Elend. Demokratie scheiterte jedoch schon öfter, weil keiner etwas gesagt oder getan hat, wenn Unrecht epidemische Verbreitung fand.
Unser Diversity-Projekt “Wir sind Graz 2.0” (gefördert vom Ressort für Bildung und Integration der Menschenrechtsstadt Graz) bietet viele Lernräume und Gelegenheiten, um ein friedliches und schönes Zusammenleben in sozio-kultureller Vielfalt von Kindesbeinen an einzuüben. Interkulturelle und interreligiöse Stadtrundgänge gehören ebenso dazu wie das Erzählen von Märchen aus aller Welt. Bei der “Weltreise in Graz” tauschen die Kinder für einige Tage die Klassen mit den Partnerschulen und widmen sich in spielerisch-kreativer Form dem sozialen Lernen. LehrerInnen, Eltern und die ReferentInnen der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus setzen ihr Engagement bei der Stärkung der gesamten Schulpartnerschaft an und arbeiten schulübergreifend als Netzwerk mit aktuell 14 Grazer Volksschulen zusammen. Das gesamte Netzwerk ist überzeugt, dass ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt und auf Basis von Menschenrechten, Demokratie und Respekt vor jedem Menschen nur gelingen kann, wenn wir diese Ziele gemeinsam als wichtig erkennen und sie mit Leben füllen: von Kindesbeinen an!

Link zum Projekt “Wir sind Graz 2.0”

Mag.Christian Ehetreiber, GF-Obmann der ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus, Mitglied des Grazer Menschenrechtsbeirates