Nun wissen wir also bereits, wie es weltweit so um den CO2-Ausstoß steht, wer sich über dem Durchschnitt befindet und welche Länder darunter liegen. Jetzt ist natürlich interessant, wie es bei uns in Österreich aussieht – stehen wir vergleichsweise gut da oder sind wir eines derjenigen Länder, die sich definitiv mehr anstrengen müssen, was das Eindämmen ihrer Treibhausgasverursachung angeht? Sind alle Bundesländer gleich „schuld“ am Treibhausgasausstoß oder lassen sich hier Unterschiede finden? Welche Sektoren bereiten in Österreich besonders große Probleme?

Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, befindet sich der Großteil von Europa über dem Durchschnitt, was den CO2-Ausstoß pro Kopf angeht. Auch Österreich ist hier keine Ausnahme – ganz im Gegenteil. Gemessen an der Bevölkerungszahl liegt der Treibhausgasausstoß Österreichs nicht nur weit über dem Durchschnitt, sondern befindet sich sogar auf einer Ebene mit dem Chinas. Natürlich muss man hierbei bedenken, dass die Bevölkerungsdichte ein entscheidender Faktor dabei ist, wie hoch der Treibhausgasausstoß pro Kopf ausfällt, dennoch führt es einem aber sehr eindrücklich vor Augen, dass Österreich im Vergleich mit anderen Ländern nicht unbedingt besonders gut dasteht.

Foto von Nabeel Syed auf Unsplash

In Österreich selbst darf man allerdings nicht den Fehler machen und alle Bundesländer über einen Kamm scheren – hier sieht es nämlich so aus, dass nicht alle Bundesländer an den gleichen Stellen gleich viele Treibhausgase verursachen. In Oberösterreich ist beispielsweise der Großteil der Treibhausgase auf die dort ansässige Industrie zurückzuführen, während in Wien vor allem der Energie- und Verkehrssektor die größte Problemzone in Sachen Treibhausgasen darstellt. Will man nun den Treibhausgasausstoß Österreichs verringern, so ist es wohl kaum sinnvoll, überall in allen Bundesländern exakt die gleichen Maßnahmen zu setzen, da sich diese doch sehr unterscheiden, was ihre jeweiligen Hauptursprünge von Treibhausgasen angeht. Hier gilt es also in den verschiedenen Bundesländern, verschiedene Herausforderungen zu meistern, seien das nun Energie, Industrie, Mobilität, Gebäude, Landwirtschaft oder Abfall.

Um nur eines von vielen Beispielen anzuführen, wollen wir an dieser Stelle einmal aus der Aktualität heraus die Heizungswende in Österreich ansprechen. Hier tut sich nämlich erstaunlich wenig. Nach wie vor heizen viele Haushalte mit klimaschädlichen Gasheizungen – 2020 lag die Zahl bei mehr als 910 000 Haushalten, von denen der höchste Anteil in Wien liegt. Auch mit Öl wird nach wie vor fleißig geheizt, und zwar laut Stand 2020 in mehr als 500 000 Haushalten. Immerhin wurde 2020 bereits in mehr als 420 000 Haushalten, deren Anteil vor allem in Vorarlberg sehr hoch ist, mit klimafreundlichen Wärmepumpen geheizt. In diesem Bereich ist Österreich also noch sehr weit davon entfernt, sein Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.

Foto von Pawel Czerwinski auf Unsplash

Der Klimawandel, der durch den weltweiten Treibhausgasausstoß, an dem auch Österreich stark beteiligt ist, immer weiter angetrieben wird, macht sich auch hierzulande schon bemerkbar. Wer sich etwa im vergangenen Sommer gedacht hat, dass dieser wohl einer der heißesten Sommer überhaupt in Österreich sein müsste, der lag damit gar nicht so falsch: Hitzetage, also Tage, an denen es mindestens 30 Grad Celsius hat, werden immer häufiger, während Eistage, also Tage, an denen die Temperatur nicht über den Gefrierpunkt steigt, immer seltener auftreten. Hitzeperioden werden also immer länger und kommen öfter vor, während kältere Phasen kürzer andauern und nicht mehr so oft wie früher auftreten. Das alles hat selbstverständlich Auswirkungen auf Schneelage, Gletscher, Landwirtschaft und Wasserversorgung und damit natürlich auch auf uns Menschen.

Damit sich das ändert und auch andere Prozesse, die durch die Erderwärmung bereits gestartet haben, eingedämmt oder sogar gestoppt werden können, braucht es also dringend Maßnahmen, die schnell und effektiv zur Klimaneutralität hin führen. Welche Maßnahmen das sein könnten und wie viel diese ausrichten können, damit wollen wir uns im nächsten Beitrag beschäftigen.

Quellen:
https://ourworldindata.org/share-co2-emissions
https://klimadashboard.at/
Crippa, M., Guizzardi, D., Banja, M., Solazzo, E., Muntean, M., Schaaf, E., Pagani, F., Monforti-Ferrario, F., Olivier, J., Quadrelli, R., Risquez Martin, A., Taghavi-Moharamli, P., Grassi, G., Rossi, S., Jacome Felix Oom, D., Branco, A., San-Miguel-Ayanz, J. and Vignati, E., CO2 emissions of all world countries – 2022 Report, EUR 31182 EN, Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2022, doi:10.2760/730164, JRC130363

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Von: Miriam

19. Januar 2023

Bild: Foto von Mika Baumeister auf Unsplash

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