Manchmal zeigt sich der Wert von Nachbarschaft dann, wenn das Leben unerwartet aus den Fugen gerät, wenn einem der Halt unter den Füßen entzogen wird, weil die Firma, in der man arbeitet, nicht mehr zahlt, man mit der Miete in Rückstand gerät und der Vermieter die Wohnung kündigt. So ergeht es Familie Stefan, die in dieser Krise eine entscheidende Stütze von ihrer Nachbarin, Frau Keserü erhält. Sie sah hin, fragte nach und stand mit den kraftraubenden Problemen und Herausforderungen an ihrer Seite.

Ihre Motivation beschreibt Frau Keserü so: „Ich weiß, wie es ist, in einer sehr schweren Lebenssituation zu sein. Da braucht es vor allem Menschen, die für einen da sind und an eine positive Veränderung glauben. Als ich erfahren habe, in welcher schwierigen Situation meine Nachbarn sind, war es mir wichtig, dort zu unterstützen, wo sie mich brauchen.“ Sie begleitete die Familie bei Behördengängen und half bei der Suche nach einer neuen Wohnung. So wurden sie gemeinsam auf eine Wohnung der Stadt Graz aufmerksam. Der Kontakt mit dem Friedensbüro entstand im Rahmen des Projektes „Hallo Nachbar“. Ein Projekt, das Menschen in ihrem neuen zu Hause willkommen heißt und wichtige und bedarfsorientierte Informationen zum Thema Wohnen und Wohnumfeld bereithält.

Obwohl mit dem Bezug der neuen Wohnung bereits ein wichtiger Schritt getan ist, steht diese gegenwärtig noch leer. Frau Keserü, die ehemalige Nachbarin, bleibt an der Seite von Familie Stefan. „Derzeit haben wir noch keine Küche und keine Möbel, aber wir machen kleine Schritte vorwärts.“ Genau das stimmt sie positiv: dranzubleiben, die kleinen Schritte zu sehen und zu wissen, dass es in eine gute Richtung geht.

Es zeigt wie viel ein wachsamer Blick, ein offenes Ohr und verlässliche Begleitung bewirken können. Nachbarschaft bedeutet nicht, die Probleme anderer lösen zu müssen. Manchmal heißt sie einfach, nicht wegzusehen, wenn jemand Unterstützung braucht und gemeinsam den nächsten kleinen Schritt zu gehen. Für Familie Stefan wurde Frau Keserü genau zu so einer Kraftquelle: zu einem Menschen, der Mut macht, Halt gibt und zeigt, dass Hilfe oft dort beginnt, wo jemand sagt: Ich bin da.

 

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Von: Anna

12. Oktober 2026

Bild: Friedensbüro

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