Die meisten Menschen tragen sie täglich und einige haben sogar eine große Sammlung von ihnen. Doch wenn Schuhe im Stiegenhaus aufgestellt werden, kann das den Nachbarn sauer aufstoßen.

Von Abis über Geox bis ZooYork – die Anzahl der Schuhmarken ist groß, genauso wie jene an Menschen, die sie jeden Tag an ihren Füßen tragen. Doch die Bestimmung der Schuhe geht zumeist über ihre Schutzfunktion der Füße hinaus. Schuhe sind ein wichtiges Modeaccessoire und werden in westlichen Gesellschaften nicht selten als Luxusgut bzw. Prestigeobjekt gehandelt. Vor allem Frauen wird gerne eine Sammlerleidenschaft nachgesagt. Kein Wunder also, dass manche Menschen mehr Schuhe als Kleidung zu Hause haben. Da der Platz in der Wohnung aber auch knapp werden kann, steigt die Verlockung das Schuhregal im Stiegenhaus aufzustellen. Doch dem Bedürfnis auf diese Weise mehr Wohnraum zu schaffen wird Einhalt geboten. 

Das Stiegenhaus ist Allgemeineigentum

Und dafür gibt es auch mehrere Gründe. Das Lagern von Gegenständen vor der Wohnungstüre stört die Optik des Stiegenhauses und bringt so manchen Nachbarn auch in Rage. Anblick, Geruch und sogar Lärm sind oft genannte Gründe, die Nachbarn nennen, wenn sie sich durch eine Vielzahl an Schuhen und Regalen im Stiegenhaus belästigt fühlen. Bei der ungefragt angeeigneten Fläche handelt es sich zudem um Allgemeineigentum, über deren Nutzung einzelne Personen alleine nicht entscheiden können.

Darüber hinaus, so Günther Schradenecker von der Feuerwehr Graz, ergeben sich durch eine unsachgemäße Lagerung von Gegenständen Sicherheitsrisiken. Wenn jemand darüberstolpert, kann sich der Betroffene nach dem Zivilrecht meist schadlos halten. Herumliegende Gegenstände können im Ernstfall auch Einsatzkräfte behindern und Fluchtwege verstellen. Dies ist meist auch in der Hausordnung vermerkt.

Eine Möglichkeit: Ein eigener Bauabschnitt für Schuhe

Bei neuen Wohnbauten ist es möglich, einen eigenen Abschnitt im Stiegenhaus einzurichten, der durch eine Brandschutztür verriegelt wird, so Bernhard Haister, Sachverständiger für Brandschutz der Feuerpolizei Graz. Dabei müssen jedoch alle Auflagen der Baubehörde sowie das Brandschutzgesetz eingehalten werden. Für viele Wohnungseigentümer und Mieter sicherlich eine wünschenswerte Zukunftsvision. Einzig und allein die Kosten, die eine Umsetzung dieses Projektes auch weiterhin behindern könnten.

Von: Niklas

19. Feber 2018

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