Die Reaktion auf Las Tesis‘ Performance, die am 25. November in Chile zum ersten Mal stattfand, war enorm. Unzählige Frauen sind der Aufforderung, die Choreographie zu verbreiten, nachgekommen – inzwischen wurde diese schon in den unterschiedlichsten Ländern mehrmals aufgeführt. Auch, wenn nicht alle davon ein so großes Problem mit Gewalt gegen Frauen haben wie Chile, so ist dies doch ein klares Zeichen dafür, dass sich eindeutig etwas ändern muss.

Egal ob in Paris vor dem Eiffelturm, in Spanien oder in Kolumbien – überall auf der Welt gingen Frauen auf die Straße, um auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Darüber, dass diese oft straffrei bleibt oder sogar den Opfern selbst die Schuld dafür in die Schuhe geschoben wird, sprechen sie in ihrer Performance, die die Gesellschaft und die Regierung wachrütteln soll.

https://www.facebook.com/NiUnaMenos.Austria/videos/551188962104363/

Auch in Österreich ist die Choreographie von Las Tesis angekommen: Am zweiten Adventssonntag, dem 8. Dezember, versammelten sich 150 Demonstrantinnen auf dem Platz der Menschenrechte, um selbst ein Teil der Protestaktion zu werden. Wie auch bei der Erstaufführung in Chile bot sich dabei ein beeindruckendes Bild, das den Zuschauer gleichzeitig nachdenklich werden lässt. Dass sich so viele Frauen der Performance angeschlossen haben, ist kein Zufall: Zwar mag in Österreich die Situation nicht so kritisch wie die in Chile sein, dennoch ist es aber so, dass die patriarchalen Strukturen auch hier bei uns ein tiefliegendes Problem darstellen.

So friedlich und befürwortend wie in Wien wurde die Protestaktion allerdings nicht überall aufgenommen. Während es in Mexiko-Stadt bloß ein U17-Team von Footballspielern für witzig hielt, sich in einer Umkleidekabine über die Choreographie lustig zu machen und das Resultat online zu stellen, gingen in Istanbul ganz andere Reaktionen einher. Dort wurden nämlich von der Polizei mehrere Demonstrantinnen festgenommen, die an der Performance teilgenommen hatten, unter ihnen auch Fidan Ataselim, die Vorsitzende der Organisation „Wir werden Frauenmorde stoppen“. Unter dem Einsatz von Tränengas löste die Polizei in Istanbul den Protest auf, der ihren Angaben nach illegal war, da Ausschnitte aus dem gerufenen Text die türkischen Staatseinrichtungen „beleidigen“.

 

Passend zum Thema hier noch ein paar Informationen: Hier in der Steiermark gibt es inzwischen einige Beratungsstellen, an die man sich als Betroffene von Gewalt wenden kann. Dazu gehören:

akzente Frauenservice (Voitsberg, Deutschlandsberg): 03142 93 030

Frauen- & Mädchenberatung Obersteiermark Ost (Kapfenberg, Mürzzuschlag, Leoben): 0664 88340364 oder 0664 88340382

Frauenservice Graz (Graz): 0316 71 60 22

Frauen- & Mädchenberatung Hartberg-Fürstenfeld (Hartberg, Fürstenfeld): 03332 62 8 62

freiraum Frauenberatungsstelle (Leibnitz, Arnfels): 03452 20 200

Innova Frauen- & Mädchenservicestelle (Feldbach, Weiz, Mureck): 03152 39 554-0 oder 0677 623 981-86 oder 0677 623 981-87

MAFALDA Mädchenberatung (Graz): 0316 33 73 00

Novum Zentrum für Frauen und Mädchen (Murau, Zeltweg): 0664 885 003 77

SERA – Frauen- und Mädchenberatungsstelle (Liezen, Schladming): 0650 300 74 19

Weitblick Mädchen- & Frauenberatungsstelle (Vasoldsberg): 0650 300 74 19

Frauenhelpline rund um die Uhr: 0800 222 555

Weitere Infos gibt es auf der Website der Kampagne „Es passiert, bevor es passiert“ zur Gewaltprävention in Graz.

Quellen:
https://www.woman.at/a/vergewaltiger-bist-du-protestaktion-in-wien

https://www.tagesspiegel.de/politik/der-vergewaltiger-bist-du-festnahmen-inistanbul-nach-tanz-gegen-gewalt-an-frauen/25312820.html
https://www.adnradio.cl/noticias/sociedad/el-violador-eres-tu-performance-de-las-tesis-se-repite-en-francia-espana-colombia-y-mas-paises/20191129/nota/3985387.aspx
https://www.euronews.com/2019/12/07/a-rapist-in-your-path-this-chilean-feminist-anthem-is-spreading-around-the-world
https://www.alaraby.co.uk/english/news/2019/12/9/turkish-women-arrested-over-viral-las-tesis-anti-violence-chant
https://www.meinbezirk.at/graz/c-lokales/es-passiert-bevor-es-passiert_a3783609

Von: Miriam

19. Dezember 2019

Bild: ©John Hain auf Pixabay

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