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Foto: Friedensbüro Graz
Sommer: die ideale Jahreszeit zur Belebung der Nachbarschaft
Unser Blog

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Es ist Sommer! Das Leben verlagert sich nach draußen. Ins Freie. Was wir mit dieser Jahreszeit verbinden sind heiße Tage, laue Nächte und der Duft von Gegrilltem. Mit diesem Duft assozieren wir vor allem eines: gesellige Partys unter freiem Himmel.
Und genau dieses Sommergefühl soll sich auch in den Innenhöfen der Grazer Wohnsiedlungen in der Laudon- und Ghegagasse breit machen. Dazu hat unser engagiertes Team der Mobilen Stadtteilarbeit im Juli ebendort ein Sommerfest ausgerichtet. Es ist die Einladung an alle BewohnerInnen gemeinsam einen Nachmittag zu gestalten, der den Alltag durchbricht und die Möglichkeit schafft, Nachbarschaft neu zu erleben. Den Beitrag zur kulinarischen Verköstigung liefern die Bewohner:innen selbst und überraschen sich gegenseitig mit Gerichten und Geschmäckern aus aller Welt.
Es ist ein gesellschaftlicher Wandel im Kleinen. Wenn sich Menschen über Alter, Herkunft oder Lebensstil hinweg begegnen, entsteht Empathie. Man sieht den anderen nicht mehr als „Fremden“, sondern als Teil des eigenen Umfelds. Und selbstverständlich gibt es auch jene Zweifler:innen und Skeptiker:innen in Wohnsiedlungen, die nicht an das Gelingen eines solchen Festes glauben. Jene, die Distanz wahren wollen, die das Geschehen vielleicht nur vom Fenster aus beobachten. Jene, die mit Nachbar:innen vielleicht die ein oder andere schlechte Erfahrung gemacht haben. Und auch für sie gilt – Zeuge oder Zeugin einer gemeinschaftlichen Veranstaltung im Wohnumfeld zu sein, verändert mitunter die eigenen, vorgefertigten Meinungen oder Haltungen. Denn das unmittelbare soziale Gefüge ist immer auch einflussnehmend auf das Individuum. Wird ein Fest zum Anstoß eines daraus erwachsenden, lebendigen sozialen Netzwerkes, ist dieses im positiven Sinne einflussgebend für alle innerhalb dieses Systems.
Ein Siedlungsfest, als Potential für eine nachhaltige Gemeinschaftsbildung, löst die nachbarschaftliche Anonymität auf.
Laut dem steirischen Nachbarschaftsbarometer des letzten Jahres hat sich die Zahl derer verdoppelt, die ihren Nachbarn nur vom Sehen kennen. Die Zahl stieg von 12 auf 22 Prozent. Vor allem bei jüngeren und älteren Menschen wächst die Anonymität. Ein Nachbarschaftsfest wirkt dem entgegen. Es ist wie ein Samen – gepflanzt in Gemeinschaftsboden.
Welche positiven Auswirkungen Nachbarn auf das eigene Leben und die Gesundheit haben kann, beschreibt das Megaphon in seiner aktuellen Ausgabe, „Der Engel von nebenan“. Lukas Engl ist Nachbar einer älteren Dame. Als er merkt, dass sie nicht mehr alleine für sich selbst sorgen kann, übernimmt er für sie die Erwachsenenvertretung.
Und auch Nachrichten aus Salzburg erreichen uns dieser Tage, wo ein Nachbar zum Lebensretter wird. Ein Mann erleidet einen Herzanfall. Durch die „Team Österreich Lebensretter App“ wird sein Nachbar, ein Rettungssanitäter alarmiert, der das Schlimmste gerade noch verhindern kann. Nach einer erfolgreichen Reanimation konnte der Patient seinem Lebensretter Tage später persönlich danken.
Quellen:
https://www.zusammenwohnen.steiermark.at/cms/beitrag/12966995/105442848/ Stand: 20.08.
Von: Anna
21. August 2025
Bild: Friedensbüro Graz
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