Fasziniert lausche ich dem Bericht meiner Kolleginnen. Gemeinsam mit Bewohner:innen aus Siedlungen der Mobilen Stadtteilarbeit, mit denen sie bereits gemeinsam in den Siedlungen gegärtnert haben, wollten sie hoch hinaus. Reich an spannenden Erkenntnissen sind sie zurück gekommen, ihre Erzählungen darf ich hier in meinen Worten wiedergeben.

Was als Auffangbecken für Regenwasser begann und das Kanalsystem entlasten sollte, ist nun für viele Mitarbeiter:innen des Science Tower eine nicht mehr wegzudenkende Bereicherung: Smart City Rooftop Farming nennt sich das Projekt rund um Initiator Mag. Dr. Franz Prettenthaler von Joanneum Research LIFE. Neben einer bunten Gartenvielfalt, Genuss und Gaumenfreude sowie einem Ort der Erholung, wird hier auch noch Strom erzeugt und die Umgebung abgekühlt.

Ursprünglich wollte man nur Rückhaltebecken für Regenwasser am Dach des Science Tower anbringen.

Doch dann kam der Gedanke, dass es schade wäre, das kostbare Wasser einfach wegzuschütten. Die Idee eines Dachgartens war geboren! 50 Tonnen Erde wurden in 60 Meter Höhe gehoben, Beete mit einer Mischung aus Kies, Erde und einer speziellen Humusschicht – deren Aufbau man sich im Regenwald abgeschaut hat – wurden zur Heimat vieler verschiedener Pflanzen.

Mit diesem innovativen Projekt kommen Lebensmittel wieder zurück in die Städte. Es wurde Wert darauf gelegt, nicht nur schöne Blühpflanzen zu säen. Bewusst hat man sich dazu entschieden, den Lebensmittelanbau wieder zurück in die Stadt zu holen. Mitarbeiter:innen des Science Tower können frei ernten, ein großer Teil des Anbaus wird an Gastronomiebetriebe in Graz geliefert. So werden unter anderem bekannte „Klassiker“ wie Karotten, Äpfel, Gurken, Petersilie, Wein und Zwiebel angebaut. Das besondere Mikroklima lässt auch etwas ausgefallenere Bepflanzungen zu, wie zum Beispiel Kapern, Oliven, Maracuja und Baumwolle. Die windgeschützte, wärmere Atmosphäre lässt manche Pflanzen erst wachsen. Zugleich hat das begleitende Forschungsteam auch etwas bemerkenswertes erkannt: es fehlt der Wind. Genauer gesagt: es fehlt den Pflanzen die Herausforderung am Wind zu wachsen und dadurch ihre Zellwände stärker auszubilden. Dadurch werden sie weniger widerstandsfähig.
Mir gefällt dieses Bild, wenn ich an die Arbeit im Nachbarschaftsservice denke: Konflikte, die uns im täglichen Leben begegnen, brauchen Energie. Zugleich enthalten sie immer auch eine persönliche Wachstumsmöglichkeit.

Auf der website des Projektes, können Sie sich weitere bunte Eindrücke holen: rooftopfarming.at

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Von: Katharina

30. September 2025

Bild: privat

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