Was ist Weihnachtsfrieden eigentlich? Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist. Immerhin feiert nicht jede:r Weihnachten, und nicht für jede:n ist Weihnachten eine Zeit, die mit glücklichen Erinnerungen verbunden ist. Nicht jede:r bekommt Geschenke oder kann sich leisten, andere zu beschenken. Auch hat nicht jede:r die Chance, bei Freund:innen und Familie zu sein, ob nun aufgrund fehlenden Geldes oder komplizierten Beziehungen zueinander. Es sieht also ganz danach aus, als bedeute Weihnachtsfrieden für jeden Menschen etwas Anderes.

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Weihnachtsfrieden sind für mich nicht all die schönen Lichter und Dekorationen, die mir bei jedem Gang durch die Innenstadt entgegenleuchten, auch, wenn ich gern stehen bleibe, um sie mir anzusehen. Weihnachtsfrieden ist für mich auch nicht der Glühwein, den man sich derzeit an fast jeder Ecke holen kann, auch wenn ich ihn heiß liebe. Weihnachtsfrieden beinhaltet für mich auch nicht die Kekse, von denen man zur Weihnachtszeit kiloweise backen und (in meinem Fall vorrangig) essen kann. Weihnachtsfrieden sind für mich auch nicht die vielen Geschenke, die man vergibt und bekommt. Gerade letzteren Punkt empfinde ich im Übrigen sogar alles andere als friedlich – ich bin nicht unbedingt ein Fan davon, JEDER Person unbedingt JETZT etwas schenken zu müssen, wo mir doch unterm Jahr viel mehr Sachen unterkommen, die Freund:innen und Familie gefallen könnten. Ganz zu schweigen davon, dass ich jedes Mal nach all der weihnachtlichen Geschenkeshopperei lieber keinen Blick auf mein Konto werfe.

Foto von Olga Subach auf Unsplash

Weihnachtsfrieden hat für mich gar nicht unbedingt etwas mit Weihnachten selbst zu tun. Es ist die Zeit am Ende eines jeden Jahres, wo ich auf die vergangenen Monate zurückblicken kann und mich darüber freuen, wundern, ärgern und vielleicht auch ein paar Tränen darüber vergießen kann, was eigentlich so alles passiert ist. Es ist für mich auch Anlass dazu, dankbar zu sein für all die Menschen, die ich um mich habe, und das Leben, das ich leben darf. Dass all das in die Weihnachtszeit fällt, ist für mich eigentlich eher Zufall und vielleicht auch durch meine Urlaubstage bedingt, aber doch sehr passend. Wenn dann doch mal Schnee fällt, so wird auch draußen alles ruhig und besinnlich, und man hat das Gefühl, auch die Natur gönnt sich einmal einen Moment der Ruhe und Stille. Draußen kalt, innen warm – vielleicht ist es genau dieser Kontrast, der diese Zeit so besonders macht.

Gleichzeitig ist für mich der Weihnachtsfrieden auch die Ruhe vor dem Sturm. Kurz darauf folgt Neujahr und all der Stress und Lärm geht wieder los, scheinbar noch fordernder als zuvor nach dem kurzen Durchatmen. Deswegen koste ich die ruhigere Zeit gerne aus und erhole mich, so gut es geht, da ich weiß, dass der Alltag nur kurz eine Pause eingelegt hat. Wenn all die Lichter dann langsam ausgehen, im Radio keine festliche Musik mehr spielt und all die Weihnachtsmärkte verschwinden, weiß ich, der Weihnachtsfrieden neigt sich seinem Ende zu. Aber ich weiß auch, dass er nächstes Jahr wiederkommt, und dass ich mich darauf freuen kann.

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Von: Miriam

18. Dezember 2025

Bild: Foto von Tessa Rampersad auf Unsplash

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