… das mag einfach und vielleicht sogar naiv oder idealistisch klingen. Doch dieser Titel möchte vielmehr eine Haltung zum Ausdruck bringen. Sie basiert auf der Grundannahme, dass ein gutes Miteinander möglich ist. Es ist nicht nur möglich, sondern auch realistisch. Denn realistisch ist, das eigene Handeln nach den gegebenen Möglichkeiten auszurichten.

Unsere jeweils „gegebenen“ Möglichkeiten, sind nicht nur die äußeren Umstände, so wie wir sie vorfinden. Zu unseren Möglichkeiten zählen auch unsere persönlichen Talente und Fähigkeiten, mit denen wir uns in die Gemeinschaft – in unserem nahen Umfeld und im Großen – einbringen können. Dort, wo wir gerade stehen.

Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch – entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person – sondern von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation.
Viktor E. Frankl

Dem Ergreifen einer Möglichkeit geht voraus, dass ich überhaupt etwas wahrnehme, das ich dann ergreifen kann. Foto: freepikDas Wahrnehmen solcher Gelegenheiten für ein gutes Miteinander kann geübt werden. Ähnlich wie die Einstellung, ob das Glas halb voll oder halb leer ist, können wir den Blick darauf richten, was im gegenwärtigen Moment einem gelingenden Zusammenleben zuträglich ist.

 

Das können ganz alltägliche Dinge sein, wie grüßen, jemandem die Türe aufhalte, den Sitzplatz für Menschen frei machen, die es brauchen, oder die Person an der Kassa anzublicken und einen guten Tag zu wünschen. Es kann auch bedeuten, eine freundliche Geste, die jemand an uns richtet als solche zu erkennen.

Wieviele Lächeln, Einladungen, Hilfestellungen haben wir schon an uns vorbeiziehen lassen, weil wir nicht darauf geachtet haben?

Beim Begriff von „gutem Zusammenleben“ orientiere ich mich an der Definition von Frieden des Friedensforschers Johann Galtung, der sinngemäß sagt:
„Frieden bedeutet nicht Harmonie, sondern, wenn wir fähig sind, mit Konflikten und Kriegen auf kreative und konstruktive Weise umzugehen“. Wo immer es soziale Interaktion gibt, dort kann es auch Störungen und Konflikte geben. Und ebenso kann es immer auch schöpferische Momente und gegenseitiges Wohlwollen geben. Es lohnt sich, unseren Blick auf die nächste konstruktive Möglichkeit zu richten, anstatt dort zu verhaften, was nicht (mehr) möglich ist.

 

 

 

 

 

 

 

Bilder: freepik.

 

 

One Comment

  1. Barbara Kasper 31. Dezember 2025 at 10:12 - Reply

    …in diesem Sinne gestalten wir 2026! Einen guten Rutsch Euch allen!
    Barbara

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Von: Katharina

30. Dezember 2025

Bild: freepik

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