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„Äquilibristischer Tanz zwischen Welten“ ..
Unser Blog

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… ist ein Buchtitel von Ed Watzke. Er beschreibt in diesem Buch Haltung und Methoden seiner Arbeit als Mediator im Außergerichtlichen Tatausgleich.
Nach einigen Jahren Praxis als Mediatorin gefällt mir der Titel immer besser und ich erkenne darin auch Besonderheiten unserer Arbeit im Nachbarschaftsservice.
Die Äquilibristik beschreibt die Bewegung von Artist:innen, wenn sie auf einem Seil oder Gegenstand balancieren und den Körper dabei im Gleichgewicht halten.*
Um einen solchen Balance-Akt des Suchens und Findens des rechten Gleichgewichtes geht es auch bei der Arbeit im Nabas. Das Wohnen und die damit verbundenen Bedürfnisse sind höchstpersönliche Lebensbereiche. Gibt es hier Konflikte unter Nachbar:innen, gilt es für uns als Vermittlerinnen zunächst einmal auf achtsame Weise eine angemessene Balance zu finden. Eine Balance zwischen dem Eingehen auf die Anliegen, Sorgen und Bedürfnisse zunächst einer Partei und zugleich ein Offenbleiben in einer stimmigen Distanz für die Anliegen, Blickwinkel und Bedürfnisse der anderen Partei. In den meisten Fällen bewegen wir uns als Konfliktvermittlerinnen zwischen den beiden Welten der Parteien Hin und Her. Wir lassen uns ein, um die jeweilige Wirklichkeitskonstruktion einer Seite erfassen zu können, und treten wieder zurück, um auch der anderen Seite in ihrem Erleben der Wirklichkeit Raum zu geben. Wir bleiben beweglich zwischen den Welten. Der Tanz drückt diese Bewegung gut aus. Der Tanz folgt bestimmten Regeln und legt Wert auf Haltung. Gleiches gilt auch für die Vermittlung in einem Konflikt. Hier lassen wir uns von Richtlinien für ein konstruktives Gespräch leiten. Unsere Haltung ist geprägt von Wertschätzung für unser Gegenüber und das Vertrauen in dessen Fähigkeiten zur Lösungsfindung. Beim Tanz sind die Menschen aufeinander abgestimmt und bezogen, während doch jede und jeder Einzelne ihren/seinen ganz eigenen Platz hat. Eine nachhaltige Lösungsfindung braucht ebenso diese wechselseitige Abstimmung: mit den eigenen Bedürfnissen, Vorstellungen und Möglichkeiten einerseits und denen des Gegenübers andererseits. Zuerst sind wir Mediatorinnen es, die sich zwischen den beiden Konfliktpartner:innen bewegen. Im Verlauf der Vermittlung ist es ein Ziel, dass die von dem Konflikt Betroffenen beweglich werden. Das kann bedeuten, die eigenen Positionen und Vorstellungen zu prüfen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Und es kann bedeuten, für die Sichtweise und Erfahrung des Gegenübers Raum zu schaffen.
In diesem Sinne:
Bewegen wir uns – Hin und Her – zwischen Blickwinkeln, Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten! Stolpern wir, Stehen wir wieder auf! Lernen wir neue Tanzschritte! Und bitte: halten wir dabei die Ruhezeiten ein :-)
Von: Katharina
27. April 2026
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