In unserer neuen Reihe des Nachbarschaftsblog widmen wir uns der Achtsamkeit. Ein Begriff, der gegenwärtig oftmals mit einem modernen und entschleunigten Lebensstil, der sich durch eine Wellness- und Entspannungskultur auszeichnet, gleichgesetzt wird. Doch diese Bezeichnung entspricht nicht der rechten Achtsamkeit (samma sati) im buddhistischen Verständnis. In der Lehre Buddhas wird die rechte Achtsamkeit als möglicher Weg verstanden, dem Leiden zu begegnen und es zu überwinden. Die Übung der rechten Achtsamkeit umfasst eine nicht wertende und unmittelbare Wahrnehmung und Beobachtung des eigenen Körpers und Geistes. Die Aufmerksamkeit ist auf das Hier und Jetzt gerichtet. Gedanken über Vergangenes und Zukünftiges werden ausgespart, Gefühle und Empfindungen werden nicht interpretiert. Das Ziel dieser Praxis ist eine friedvolle und bereichernde Begegnung mit uns selbst und unserer Umwelt.

Das Friedensbüro unterstützt Menschen bei Konflikten und herausfordernden Lebenssituationen in der Nachbarschaft. Konflikte trüben unsere Fähigkeit der Wahrnehmungen und je nach Intensität können sie auch sehr viel Raum in unserem Leben einnehmen. Mit dieser Blogreihe möchten wir Menschen dazu anregen, sich neue Perspektiven und Sichtweisen auf das Selbst, die eigene Umgebung und das soziale Umfeld zu schaffen. Achtsam zu sein, bedeutet dabei auch unsere Fähigkeit zu stärken das Schöne im Leben zu erkennen, ohne dabei blind für das Leid und die Probleme in unserer Welt zu sein.

Eine achtsame Haltung lässt sich in alltäglichen Situationen integrieren: Beim Tee trinken, duschen, im Gespräch mit einem Freund oder beim Begrüßen einer Kellnerin. Wir wollen überlegen, wie man Achtsamkeit im Alltag entwickeln kann und fragen, was das für das nachbarschaftliche Dasein und gutes Zusammenleben bedeuten könnte.

Von: Anna

12. April 2022

Bild: Heidi Bassin

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