Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, oder auch Médecins Sans Frontières, ist den meisten ein Begriff. Es gibt allerdings auch eine weitere Organisation, die ihr nicht nur namentlich nicht unähnlich ist: Apotheker ohne Grenzen. Überall dort, wo Menschen von Krisen, Konflikten oder Naturkatastrophen sind, sind es die lokalen Gesundheitsstrukturen auch – und damit auch deren Bestand an Medikamenten. Genau an diesen Orten braucht es Hilfsorganisationen wie Apotheker ohne Grenzen, die Unterstützung leisten und die Versorgung mit lebensnotwendigen Medikamenten garantieren.

Apotheker ohne Grenzen, oder auch Pharmaciens Sans Frontières, wurde 1985 in Clermont-Ferrand in Frankreich gegründet. Dabei handelt es sich um ein internationales Hilfsorganisationsnetzwerk mit Fokus auf den pharmazeutischen Bereich, das in vielen Ländern, wie etwa Österreich, Deutschland und der Schweiz vertreten ist. Dabei haben all diese nationalen Organisationen dieselben Ziele: Den Menschen weltweit Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten und einer angemessenen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, den vernünftigen Einsatz von Medikamenten und die Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen zu veranlassen, sowie auch sich stets an den grundlegenden und vorrangigen Bedürfnissen der Bevölkerung zu orientieren. Der Grundgedanke ist dabei, für eine Welt zu kämpfen, in der alle Menschen ein Leben in Gesundheit führen können, wobei Solidarität, Nachhaltigkeit und Unterstützung zentrale Rollen spielen.

Apotheker ohne Grenzen, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Zu den Aufgabenbereichen von Apotheker ohne Grenzen gehören flexible pharmazeutische Nothilfe nach Katastrophen sowie auch die Durchführung diverser langfristiger Projekte zusammen mit lokalen und internationalen Partnerorganisationen, wobei besonders die Beschaffung lebenswichtiger Medikamente und pharmazeutische Fachkompetenz im Fokus stehen. Ob Naturkatastrophen, Krisen oder andere humanitäre Notlagen, Apotheker ohne Grenzen sind stets bemüht darum, das Überleben und das Wohlergehen der Betroffenen durch medizinische Grundversorgung zu sichern. Dabei sind Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität die Grundprinzipien von Apothekern ohne Grenzen – immerhin ist Gesundheit ein Menschenrecht, unabhängig von der ethnischen, religiösen, sexuellen oder politischen Zugehörigkeit der betroffenen Menschen.

Ganz aktuell, im Februar 2026, leisteten Apotheker ohne Grenzen etwa Unterstützung nach den Überschwemmungen in Mosambik, die mehr als 700 000 Menschen betrafen. Seit Ende des Jahres 2025 verwüstete dort eine der schwersten Flutkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte ganze Regionen durch extreme Regenfälle. Die dortige Infrastruktur wurde beschädigt oder zerstört, sauberes Trinkwasser ist knapp, Fälle von durch Wasser übertragenen Krankheiten stiegen an. Apotheker ohne Grenzen starteten einen Nothilfeeinsatz und unterstützten vor Ort die lokalen Gesundheitsstrukturen, um die Versorgung mit Medikamenten nach der Flut zu entlasten. Auch in weiteren Regionen, etwa in Bosnien und Herzegowina, in der Türkei, in Syrien oder in der Ukraine laufen derzeit Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie etwa Hilfe nach Erdbeben und der Unterstützung Geflüchteter.

Foto von Wes Warren auf Unsplash

Abschließend lässt sich sagen, dass Apotheker ohne Grenzen durch die Sicherstellung der Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten in Krisen- und Katastrophengebieten einen wichtigen Beitrag zu Stabilität und Frieden leistet. Indem die Organisation unabhängig, neutral und solidarisch handelt, lindert sie Leid und stärkt lokale Gesundheitsstrukturen, was eine wichtige Grundlage für ein friedlicheres Zusammenleben ist.

Quellen:
https://www.psf-france.fr/
https://www.apotheker-ohne-grenzen.de/
https://www.apothekerohnegrenzen.at/

2 Kommentare

  1. Martina Hofmair 12. März 2026 at 10:21 - Reply

    Hallo,
    sind die Apotheker ohne Grenzen Freiwillige? Also machen sie das ehrenemtlich oder ist das ein bezahlter Job?
    Liebe Grüße, Martina
    Zentrum für Zivilgesellschaft

    • Jutta 12. März 2026 at 11:43 - Reply

      Hallo Martina,
      die Arbeit ist ehrenamtlich. Es gibt Schulungen für Nothilfe. In den Projekten / Einsätzen werden nur die Reise‑, Verpflegungskosten und die Versicherung bezahlt. Ich hoffe, das beantwortet deine Frage.
      Liebe Grüße
      Jutta

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Von: Miriam

12. März 2026

Bild: Apotheker ohne Grenzen, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

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