Das Wort Methangas muss bloß in einer Konversation fallen und schon haben so gut wie alle Anwesenden Bilder von Kühen im Kopf – immerhin verbinden die meisten Methangase schon fast so sehr mit Kühen, wie sie es mit Milch tun. Generell hat die Landwirtschaft nicht unbedingt den besten Ruf, wenn es um den Klimawandel geht, ganz gleich ob nun aufgrund der Nutztierhaltung oder aufgrund des Ackerbaus. Doch ist an dieser allgemeinen Annahme überhaupt etwas dran? Und wenn ja – geht es auch anders?

Tatsächlich ist es so, dass die momentane landwirtschaftliche Praxis für so einige Probleme verantwortlich ist und aufgrund negativer Begleiterscheinungen wie etwa Luftverschmutzung, Feinstaubbelastung, Nitrate im Grundwasser und Antibiotikaresistenzen eine starke Belastung für die Umwelt darstellt. Und leider ist es auch so, dass die Landwirtschaft derzeit noch einen erheblichen Teil zum Klimawandel beiträgt. So sehr sogar, dass sie eine der bedeutendsten Quellen anthropogener (also vom Menschen verursachter) Klimagasemissionen darstellt.

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Diese Emissionen kommen zunächst einmal durch Landnutzungsänderungen zustande, beispielsweise durch das Abholzen von Wäldern oder durch das Trockenlegen von Mooren, was jährlich zu mehreren Tonnen freigesetzten CO2 pro Hektar führt. Auch durch das Benutzen von mineralischen und organischen Düngern kommen sehr klimawirksame Lachgas-Emissionen zustande. Nicht zuletzt ist auch der flächendeckende Einsatz von Biogas verantwortlich für einen beträchtlichen Teil der Treibhausgasemissionen, die der Landwirtschaft zugeschrieben werden können.

Des Weiteren werden auch die Emissionen, die aufgrund von intensiver Tierhaltung entstehen, zu einem zunehmend größeren Problem, da die Nachfrage nach tierischen Produkten immer weiter steigt. Methangas macht tatsächlich den größten Anteil der Emissionen aus, die von der Landwirtschaft verursacht werden, und entsteht einerseits selbstverständlich aufgrund der Verdauungsprozesse von Wiederkäuern, wird aber andererseits beispielsweise auch bei Lagerungsprozessen von Gärresten aus nachwachsenden Rohstoffen freigesetzt. Zudem ist der tierische Sektor der Landwirtschaft auch die Quelle von etwa 80 Prozent der landwirtschaftlichen Stickstoffemissionen in europäischen Gewässern sowie auch von etwa 90 Prozent der Ammoniakemissionen.

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Leider ist also sehr wohl etwas dran an der Behauptung und der generellen Auffassung, dass die Landwirtschaft nicht gerade eine kleine Rolle spielt, wenn es um den Klimawandel geht. Dies heißt jedoch nicht, dass sich an der momentanen Lage nichts ändern kann – ganz im Gegenteil: Die Landwirtschaft hätte nämlich so einiges Potential, ihren Beitrag zum Klimawandel nicht nur zu minimieren, sondern möglicherweise komplett klimaneutral zu agieren. Im nächsten Beitrag wollen wir uns damit auseinandersetzen, wie das funktionieren könnte.

 

Quellen:

https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/klimaschutz/anpassungsstrategie/publikationen/faktencheck-klimawandel-landwirtschaft-ernaehrung_WIFO.html

https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas#treibhausgas-emissionen-aus-der-landwirtschaft

https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/klima-und-energie.html

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-funktioniert-landwirtschaft-heute/wie-viel-co2-binden-landwirtschaftliche-boeden

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Von: Miriam

17. November 2022

Bild: Foto von Chris Ensminger auf Unsplash

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