Arbeit

Meinen Gedenkdienst habe ich am Leo-Baeck-Institut (LBI) in Jerusalem abgeleistet. Das LBI gilt heute als das führende israelische Forschungszentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Deutschland und Zentraleuropa.

Vor Ort war ich verantwortlich für die Austrian Heritage Collection (AHC). Im Zuge dieses Projekts werden Holocaust Überlebende mit österreichischem Background interviewt. Ganz besonders in Erinnerung bleibt mir das Interview mit der mittlerweile verstorbenen Mimi Reinhard. Sie war die persönliche Sekretärin von Oskar Schindler. Ihre Lebensgeschichte war unfassbar interessant und lehrreich.

Neben der AHC fielen noch weitere Tätigkeiten in meinen Arbeitsbereich. Darunter, die Mitarbeit im Archiv und in der Bibliothek sowie administrative Aufgaben. Auch simple Aufgaben wie der Gang zur Post fielen in meinen Bereich.

Es ist zu beachten, dass die Anzahl der zu interviewenden Personen in den nächsten Jahren immer weniger wird und sich dadurch natürlich die Aufgabenfelder verschieben werden.

Leben in Jerusalem

Es war für mich mit 18 Jahren schon ein großer Schritt gleich nach der Matura in das Ausland zu gehen. Es war eine große Veränderung, die mich sehr geprägt hat.

Ich bin gleich nach meiner Ankunft in eine orthodox-jüdische WG gezogen, in der ich mich Pudelwohl gefühlt habe.  Ich habe das orthodoxe Judentum, mit all seinen Regeln und Bräuchen, sehr authentisch kennenlernen dürfen. Und nach einem Jahr koscher kochen, kennt man die Regeln auch ganz gut!

Die Zentrale Lage Jerusalems und das Stipendium der Stadt Graz hat es mir ermöglicht, die unterschiedlichen Seiten Israels kennenzulernen. Von den Drusen im Norden bis zu den Beduinen im Süden. Israels Natur ist so unfassbarer divers und die kurzen Distanzen machen das Reisen sehr einfach.

Natürlich habe ich meine Zeit auch genutzt um mehr über den Islam, die arabischen Israelis und die Palästinenser zu lernen. Ich durfte Städte wie Nablus, Ramallah, Hebron und viele weitere sehen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass Gedenkdienst zu leisten einer meiner besten Entscheidungen war. Ich durfte unfassbar interessante Menschen kennenlernen und habe mich persönlich weiterentwickelt. Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen, sich mit dem Gedenkdienst auseinandersetzen.

Vielen Dank an die Stadt Graz für die Unterstützung!

Ein Beitrag von Otto Dorfer (Stipendium 2021)

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Von: Gast

2. Mai 2023

Bild: neufal54 auf Pixabay

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