Klimawandel

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Foto: Foto von Dan Meyers auf Unsplash
Klimaneutrale Landwirtschaft – wie geht das denn überhaupt?
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Im letzten Beitrag haben wir uns bereits damit beschäftigt, ob und inwieweit die Landwirtschaft, wie sie derzeit praktiziert wird, zum Klimawandel beiträgt. Dabei haben wir festgestellt, dass diese in einigen Bereichen noch einiges an Potential zur Verbesserung hat, vor allem was die verschiedensten klimawirksamen Treibhausgase angeht. Leider ist die Landwirtschaft also momentan noch weit davon entfernt, tatsächlich überwiegend klimaneutral zu funktionieren.
Wie eingangs jedoch schon erwähnt – dies ist bloß derzeit noch der Fall. Die Landwirtschaft hätte in der Theorie nämlich durchaus das Potential dazu, uns nicht nur praktisch klimaneutral zu ernähren, sondern auch gleichzeitig mehr CO2 zu binden als zu verursachen (immerhin sind Pflanzen in der Lage dazu, CO2 aufzunehmen!). Dabei steht sie jedoch vor einer großen Herausforderung: Einerseits muss die Lebensmittelproduktion bis 2050 um etwa 70% gesteigert werden, um die stets wachsende Bevölkerung ernähren zu können, andererseits müssen auch ihre Treibhausgasemissionen um etwa 66% gesenkt werden, um eine klimaneutrale Landwirtschaft zu erhalten.

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Beim Übergang zu einer klimaneutralen Landwirtschaft gibt es zwei Hauptakteure, mit denen wir uns genauer befassen wollen: Böden und Pflanzen. Der Erdboden spielt eine besonders große Rolle für den Klimaschutz, da er – insbesondere in der nährstoffreichen Humusschicht – einen beträchtlichen Teil an Kohlenstoff speichert. Humusreiche Gebiete sind vor allem natürliches Grasland und Waldgebiete, der höchste Anteil an Humus lässt sich jedoch in Feuchtgebieten und Mooren finden. Die globale Zunahme an Ackerflächen, für die humusreiche Feuchtgebiete und Moore trockengelegt werden, aber auch Grünland umgewandelt und Wälder gerodet werden, ist verantwortlich für den Verlust von Humus. Auf diese Weise geht also zunächst einmal der Kohlenstoff verloren, der in Bäumen und Pflanzen gebunden ist. Durch die momentane landwirtschaftliche Praxis, die sich auf industrielle Anbaumethoden, Monokulturen und den Einsatz von chemischen Düngemitteln verlässt, verlieren die Böden jedoch zusätzlich immer mehr an Humus, während kein neuer gebildet wird, was zu mehr Entweichung von CO2 führt.
Es ist also äußerst wichtig für eine klimaneutrale Landwirtschaft, hier anzusetzen und durch den systematischen Aufbau des Humusgehaltes des Bodens einerseits die Speicherung von Kohlenstoff und andererseits auch die Fruchtbarkeit und die Fähigkeit zur Wasserspeicherung zu erhöhen. Dies kann durch den Einbau von Ernte- und Pflanzenresten in den Boden bewerkstelligt werden, anstatt diese offen verrotten zu lassen oder zu verbrennen. Gleichzeitig kann auch die Einbindung von Bäumen in die Landwirtschaft sehr wirksam sein, was etwa durch Agrarforstwirtschaft erreicht werden kann. Generell sollte Ackerland nicht brach liegen, sondern sollte stets begrünt sein, um so viel Kohlenstoff wie möglich zu binden.

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Selbstverständlich stößt die Kapazität von Böden und Pflanzen, Kohlenstoff zu speichern und zu binden, irgendwann an ihre Grenzen, weswegen die Klimagasemissionen der Landwirtschaft gleichzeitig vermieden werden müssen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist etwa der verringerte Einsatz von Mineraldünger und stattdessen der häufigere Gebrauch von Gründünger und organischem Material. Zusätzlich sollte auch die weitere Abholzung von Wäldern dringend vermieden werden, während nicht genutztes Land wieder aufgeforstet sowie auch Moore wieder vernässt werden sollten, um in Zukunft mehr CO2 binden zu können.
Quellen:
https://www.dw.com/de/landwirtschaft-vom-klimakiller-zum-retter-wie-geht-das-humus-aufforstung-co2-entfernung-biokohle/a-55197852
https://flurundfurche.de/wege-in-die-klimaneutrale-landwirtschaft/
https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/landwirtschaft-umweltfreundlich-gestalten/klimaschutz-in-der-landwirtschaft#massnahmen-in-der-landwirtschaft-zur-senkung-der-treibhausgas-emissionen
https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/klima-und-energie.html
https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-funktioniert-landwirtschaft-heute/wie-viel-co2-binden-landwirtschaftliche-boeden
Von: Miriam
24. November 2022
Bild: Foto von Dan Meyers auf Unsplash
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