Schlägt man „Grooming“ in einem Wörterbuch nach, so wird man vermutlich als Erstes herausfinden, dass dies so viel wie „Körperpflege“ oder „vorbereiten, pflegen, präparieren“ bedeutet. Das ist allerdings leider nicht die einzige Bedeutung, die die diesem Begriff zukommt. Was bei der zunehmend bekannteren Bedeutung von Grooming gepflegt wird, sind nämlich unangemessene Beziehungen von Erwachsenen zu Minderjährigen.

Sieht man im Strafgesetzbuch nach, so stößt man auf den „Tatbestand des Groomings“ unter der Bezeichnung „Anbahnung von Sexualkontakten zu Unmündigen“. Im Grunde fasst dies auch ganz gut zusammen, was Grooming ist: Die Kontaktaufnahme von (vorrangig männlichen) Erwachsenen mit Minderjährigen, um diese sexuell zu belästigen und zu missbrauchen.

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Zunächst scheint der Kontakt noch sehr harmlos zu verlaufen und die Gesprächsinhalte beschränken sich auf altersangemessene Themen wie etwa Videospiele, die Schule oder Freizeitaktivitäten. Auffällig ist hierbei jedoch, dass die Erwachsenen oft sehr häufigen Kontakt zu den Minderjährigen haben, diesen Versprechen machen oder sie mit Geschenken überhäufen. Nicht selten geben sich die Erwachsenen zunächst auch selbst, besonders im Online-Kontext, als Minderjährige aus, um für mehr Vertrauen zu sorgen.

Mit der Zeit artet der Kontakt jedoch aus. So fängt es beispielsweise oft damit an, dass die Kinder und Jugendlichen darum gebeten werden, „Geheimisse“ zu bewahren, bei denen es sich um unangemessenes Verhalten handelt. Außerdem entfernen sich die Gesprächsthemen zunehmend von dem, was altersgemäß wäre. Oft wird etwa über Probleme in der Ehe oder das Sexleben der Erwachsenen geredet, Dinge also, die Minderjährige eigentlich nichts angehen und nicht betreffen sollten.

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Später dann werden die Minderjährigen zu unangemessenen Handlungen gedrängt, deren Bedeutung sie entweder nicht verstehen oder die von den Erwachsenen kleingeredet wird. Dies können etwa freizügige Bilder von sich selbst sein, die sie versenden sollen, oder aber auch sexuelle Akte. Dabei wird den Kindern und Jugendlichen eingeredet, dass sie diese sexuelle Beziehung ja auch selbst wollen würden, was sie häufig davon abhält, sich an jemanden zu wenden.

Grooming kann sowohl im realen Leben als auch im Internet stattfinden, wobei letzteres immer häufiger der Fall ist. Damit wollen wir uns im nächsten Beitrag beschäftigen.

Quellen:
https://www.saferinternet.at/faq/problematische-inhalte/was-ist-grooming/page
https://www.derstandard.at/story/2000136704263/grooming-die-sorge-vieler-eltern
https://www.esquire.de/life/gesellschaft/grooming-belaestigung
https://www.businessinsider.com/guides/health/what-is-grooming

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Von: Miriam

23. Mai 2024

Bild: Foto von Hostaphoto auf Unsplash

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