Letztes Mal haben wir uns damit beschäftigt, was gewaltfreie Kommunikation ist und wie man diese auch im Alltag anwenden kann. Manchmal bleibt es jedoch nicht nur bei verbalen Auseinandersetzungen, sondern Situationen eskalieren bis zu dem Punkt, an dem eine Person handgreiflich wird. Hier stellt sich die Frage – kann man denn so eine Situation überhaupt noch gewaltlos lösen? Immerhin möchte man auch nicht sein eigenes Wohlergehen riskieren, bloß, um möglichst nicht Gewalt mit Gewalt zu begegnen.

Zunächst einmal wollen wir uns noch einmal damit auseinandersetzen, was man denn eigentlich so unter Selbstverteidigung versteht – immerhin handelt es sich dabei um einen Begriff, der für die meisten Personen eine eher schwammige Bedeutung hat.

Grundsätzlich ist Selbstverteidigung tatsächlich definiert als Gewalt, die sich gegen einen physischen Gewaltangriff richtet und deren Ziel es ist, Schaden an der eigenen oder einer anderen anwesenden Person unmittelbar abzuwenden. Dabei muss die Person, die die Selbstverteidigung ausübt, korrekterweise davon überzeugt sein, dass sie eine Art Widerstand gegen einen Angriff leistet.

Foto von Timothy Eberly auf Unsplash

Es gibt ein paar Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit Selbstverteidigung auch tatsächlich als solche gilt. So etwa muss der Angriff, der auf eine Person verübt wird, ungerechtfertigt sein, es darf für diesen also keinen guten Grund gegeben haben. Die Verteidigung muss außerdem entweder für einen selbst oder eine andere anwesende Person bestimmt sein und zudem auch unverzüglich stattfinden, also direkt in der Situation, in der der Angriff stattfindet. Weiters muss die Verteidigung auch notwendig für den Selbstschutz oder den Schutz einer anderen Person sein, oder in anderen Worten: Die Verteidigung muss die einzige mögliche Lösung zur Abwendung des Angriffs sein. Schließlich muss die Verteidigung auch proportional zum Angriff sein, soll also nicht unverhältnismäßig großen Schaden anrichten. Letzteres bedeutet, dass beispielsweise nicht mit Mord auf Diebstahl reagiert werden sollte.

Selbstverteidigung ist also per Definition nicht gewaltfrei, sondern beinhaltet das Anwenden von Gewalt, um einen Angriff abzuwehren. Die Prävention von Angriffen kann jedoch durchaus auch gewaltfrei ablaufen, womit wir uns im nächsten Beitrag auseinandersetzen wollen.

Quellen:
https://www.jstor.org/stable/44714929
https://www.service-public.fr/particuliers/vosdroits/F1766?lang=en
https://www.ucdc.edu/sites/default/files/uploads/documents/Other/Personal%20Safety.pdf

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Von: Miriam

8. Februar 2024

Bild: Foto von Timothy Eberly auf Unsplash

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