Auch, wenn man innerhalb einer Gefahrensituation vielleicht nicht die mentalen Kapazitäten hat, um gedanklich abzuhaken, durch welche der Phasen eines in Richtung Gewalt eskalierenden Konflikts man es bereits geschafft hat, so kann dies durchaus dabei helfen, richtig zu reagieren. Insgesamt gibt es vier solcher Phasen: Die visuelle, die verbale und die territoriale Phase und schließlich die körperliche Gewalt.

Die visuelle Phase dient den Täter:innen dazu, sich ein geeignetes Opfer auszuwählen. Dabei achten sie etwa darauf, wie trainiert eine Person ist, wie aufmerksam diese wirkt, ob diese möglicherweise schlecht gelaunt oder in sich gekehrt ist oder ob diese möglicherweise aufgrund einer körperlichen Behinderung oder ihrem angetrunkenen Zustand weniger Fluchtmöglichkeiten hat. Haben sie erst einmal ein potentielles Opfer anvisiert, so versuchen sie, Blickkontakt aufzunehmen und so festzustellen, ob diejenige Person auch tatsächlich „leichte Beute“ ist. Dabei sollte man selbst besser weder nach unten wegschauen noch zurückstarren, sondern lieber langsam waagerecht wegsehen, um weder verletzlich noch aggressiv zu wirken.

Foto von Melanie Wasser auf Unsplash

In der verbalen Sprache gehen Täter:innen dazu über, ihr Opfer anzusprechen und versuchen etwa, dieses zu provozieren oder einzuschüchtern. Bestenfalls sollte man darauf gar nicht erst eingehen sondern sich lieber im Ignorieren üben. Ist dies nicht möglich, so sollte man den Täter:innen nicht mit demselben Maß an Aggression begegnen, sondern diese viel eher siezen und versuchen, sie mit Rückfragen wie „Warum sprechen Sie gerade mich an?“ oder „Warum drohen Sie mir?“ aus dem Konzept zu bringen. Dies hilft außerdem dabei, nicht eine Opferhaltung anzunehmen und kann Personen in der Nähe signalisieren, dass hier nicht eine Auseinandersetzung zwischen Bekannten stattfindet.

In der territorialen Phase rücken einem Täter:innen etwas salopp gesagt auf den Leib. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, sollte man hierbei unbedingt seine Distanz wahren. Mit bestimmten Worten, mit selbstbewusstem Blickkontakt oder mit körperlichen Gesten wie etwa dem Hand ausstrecken sollte man hier klipp und klar sagen: „Stopp.“ Wichtig ist hierbei, bloß nicht zu unsicher zu wirken. Liegt einem die Flucht näher, so sollte man auf jeden Fall vermeiden, einfach blindlings wegzurennen, sondern Orte aufsuchen, an denen sich andere Personen befinden und diese ansprechen.

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In der Phase körperlicher Gewalt, mit der wir uns nächstes Mal etwas eingehender beschäftigen wollen, ist es schwieriger, die Situation noch irgendwie zu deeskalieren. Ist es erst einmal soweit gekommen, dass Gewalt stattfindet, so werden Täter:innen eher nicht mehr von ihrem ursprünglichen Vorhaben absehen. Deswegen gilt es, diese Phase so lange wie möglich hinauszuzögern und sich bestenfalls Verbündete in der Umgebung zu suchen, die die Polizei rufen und die Situation im Auge zu behalten. Erst, wenn all dies fehlgeschlagen ist, ist es ratsam, zur tatsächlichen Selbstverteidigung zu schreiten und selbst Gewalt anzuwenden.

Hierbei handelt es sich um eine kurze Zusammenfassung dieser Anleitung zum richtigen Reagieren bei drohender Gewalt.

Quellen:
https://www.polizei-dein-partner.de/themen/gewalt/gesellschaft/detailansicht-gesellschaft/artikel/richtig-reagieren-bei-drohender-gewalt.html

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Von: Miriam

7. März 2024

Bild: Foto von Melanie Wasser auf Unsplash

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