Gewaltfreie Prävention von Angriffen schön und gut – was denn nun aber tun, wenn man sich bereits in einer unangenehmen Lage befindet und es nicht so aussieht, als würde man einer Konfrontation entgehen können? Auch hier kann man zunächst noch einige gewaltfreie Strategien anwenden, um Angreifer:innen möglicherweise daran hindern zu können, noch einen Schritt weiter zu gehen. Hier gilt jedoch ebenfalls: Keine Strategie garantiert Erfolg, in vielen Fällen muss man schließlich doch zur Selbstverteidigung greifen, um einer gefährlichen Situation zu entkommen.

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Ein wichtiger Punkt bei der Konfrontation ist es, eindeutige verbale Grenzen zu setzen. Ein „Nein“ muss hier auch Nein bedeuten. Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, „kein Drama machen zu wollen“ oder nicht unhöflich zu sein. Oft versuchen Angreifer:innen, durch eine Art Interview festzustellen, ob jemand ein einfaches Opfer abgeben würde oder nicht. Legt man seine Grenzen eindeutig dar und weigert sich, etwa aus einem „Nein“ ein „Vielleicht“ oder sogar ein „Ja“ zu machen, so könnte man sich selbst als ein eher unattraktives Opfer präsentieren. Will eine Person partout kein Nein akzeptieren, so sollten spätestens an diesem Punkt alle Alarmglocken läuten – hier handelt es sich offensichtlich nicht um eine unschuldige Anfrage.

Befindet man sich an einem Ort, an dem auch noch andere Personen unterwegs sind, die entweder von der Situation noch nichts mitbekommen haben oder sich nicht dafür verantwortlich fühlen, einzuschreiten, sollte man nun bestenfalls eine:n der Anwesenden ansprechen. So kann man etwa gegenüber dem oder der Angreifer:in behaupten, bei einer Person handle es sich um eine gute Freundin, zu welcher man dann auch direkt hingeht. Häufig erkennt die angesprochene Person sehr schnell, dass man gerade einer unangenehmen Situation zu entfliehen versucht und spielt auch mit,  im Idealfall hilft sie einem sogar dabei, sicher zu einem anderen Ort zu gelangen.

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Ist man jedoch auf sich alleine gestellt, so hilft dies nichts und man sollte sich besser darauf vorbereiten, sich auch mit Gewalt zu verteidigen. Sobald man sich sehr sicher ist, dass ein Angriff unmittelbar in Verzug ist, so sollte man zunächst noch versuchen, diesen so lange wie möglich hinauszuzögern. Da das Zeitfenster, das der oder die Angreifer:in für den Angriff hat, nur sehr klein ist, kann hier jede verstreichende Sekunde bedeutsam sein. Das Herauszögern des Angriffs kann man etwa dadurch bezwecken, dass man seine Distanz wahrt, wegrennt, oder auch so viele Hindernisse wie möglich zwischen sich und den oder die Angreifer:in bringt, die er oder sie umgehen muss.

Hat man es jedoch auch mit diesen Strategien nicht geschafft, einem Angriff zu entgehen, so sollte man zur Selbstverteidigung übergehen.

Quellen:
https://www.ucdc.edu/sites/default/files/uploads/documents/Other/Personal%20Safety.pdf
https://www.girlswhofight.co/post/ten-self-defense-strategies-women-need-to-know

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Von: Miriam

1. März 2024

Bild: Foto von Nadine Shaabana auf Unsplash

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