In den letzten Beiträgen haben wir uns damit beschäftigt, mit welchen Strategien man einer möglichen Gefahrensituation gewaltfrei entgehen kann. Da diese jedoch nicht in jeder Situation erfolgreich sind und es passieren kann, dass man schließlich doch zur Selbstverteidigung greifen muss, sollte man sich einiger nützlicher Tipps und Strategien dazu bewusst sein.

Ist man sich erst einmal bewusst, dass man einer Situation ohne Selbstverteidigung wohl nicht entgehen kann, so sollte man sich darauf vorbereiten, Gewalt anzuwenden. Dabei sollte man aber bemüht darum sein, dies den oder die Angreifer:in nicht wissen zu lassen. Anstatt direkt in eine Kampfstellung überzugehen, die möglicherweise aggressive Attacken hervorrufen könnte, sollte man eine eher entspanntere Position einnehmen, bei der man die Hände in die Höhe nimmt und so den oder die Angreifer:in glauben lässt, man würde nachgeben. Wichtig ist hierbei, dass man versucht, den oder die Angreifer:in nicht so nahe an sich herankommen zu lassen, dass man sich nicht rechtzeitig wehren kann – in etwa eineinhalb Armlängen sind hier ein guter Orientierungspunkt. Zunächst sollte man versuchen, dies mit Worten zu schaffen.

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Sind Worte allein jedoch nicht zielführend, so ist es an der Zeit, das Überraschungsmoment auszunutzen. Da Angreifer:innen oft nicht damit rechnen, dass ihr Opfer sich wehrt, kann es einem einen wertvollen Vorteil verschaffen, das Gegenüber mit unerwarteter Gegenwehr zu überrumpeln. Da man unter Adrenalineinfluss kaum dazu in der Lage ist, komplexe Bewegungen auszuführen und oft keine gute Kontrolle über Feinmotorik hat, ist es dabei am besten, möglichst einfache Selbstverteidigungsstrategien anzuwenden.

Grundsätzlich gilt: Harte Teile des eigenen Körpers dazu verwenden, weiche Teile des Körpers des oder der Angreifer:in zu treffen. Besonders gut eignen sich die Knie und die Ellbogen zur Verteidigung. Einen kompletten Kick auszuführen, kann darin enden, dass man die Balance verliert, während man recht stabil stehen bleiben kann, wenn man die Knie dazu verwendet, jemanden im Schritt oder in der Magengegend zu treffen. Ähnlich verhält es sich mit den Ellbogen, die jedoch eher im Bereich des Gesichts und des Kopfes nützlich sind. Zwar klingt es kontraintuitiv, allerdings hat es durchaus Sinn mit der offenen Hand zuzuschlagen. Einerseits ist dies leichter zu bewerkstelligen, wenn man sich zuvor in einer nicht-konfrontativen Haltung befunden hat, andererseits minimiert man damit das Risiko, sich selbst zu verletzen. Auch kann man den Zeige- und Mittelfinger ausstrecken und auf die Augen des oder der Angreifer:in zielen, was oft auch schon als Androhung reicht, um ihn oder sie zum Zurückweichen zu bringen.

Stürzt man plötzlich zu Boden, was in solch einer Situation nicht ungewöhnlich ist, so gilt es, die Ruhe zu bewahren. Die meisten Angreifer:innen sind nicht gut darin, am Boden zu kämpfen, während die bisher genannten Strategien auch am Boden gut funktionieren. Hier bieten sich auch diverse Formen von Kicks an, um den oder die Angreifer:in von sich fern zu halten. Da dessen oder deren Arme kürzer als die eigenen Beine sind, muss sich er oder sie damit den Kicks aussetzen, um zugreifen zu können.

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Wichtig bei der Selbstverteidigung ist, dass man vorrangig versucht, sich selbst eine Fluchtmöglichkeit zu verschaffen – nicht, den Kampf zu gewinnen. Sobald man es geschafft hat, sich dafür eine halbwegs sichere Gelegenheit zu schaffen, sollte man der Situation so schnell wie möglich zu entfliehen. Hält die gewaltvolle Auseinandersetzung zu lange an, riskiert man, zu ermüden oder dem oder der Angreifer:in zu ermöglichen, das Überraschungsmoment zu überwinden und die Überhand zu gewinnen.

Quellen:
https://www.ucdc.edu/sites/default/files/uploads/documents/Other/Personal%20Safety.pdf
https://www.girlswhofight.co/post/ten-self-defense-strategies-women-need-to-know

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Von: Miriam

15. März 2024

Bild: Foto von Dan Burton auf Unsplash

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