Während in vielen Regionen der Mangel an ausreichenden und genießbaren Lebensmitteln ein großes Problem darstellt, so stehen wohlhabende Länder vor einer anderen Herausforderung: Der Lebensmittelverschwendung. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette gehen große Mengen an Lebensmitteln verloren oder werden weggeworfen, obwohl diese noch genießbar wären.

Allein in Österreich werden pro Einwohner:in jährlich bis zu 75kg Lebensmittel weggeworfen, von denen ein guter Teil noch genießbar ist. Zusammengerechnet sind das bis zu 157 000 Tonnen Lebensmittel, die pro Jahr im Müll landen. Am häufigsten trifft es dabei Brot, Süß- und Backwaren, auf Platz zwei der Lebensmittelabfälle befinden sich Obst und Gemüse, Platz drei geht an Milchprodukte und Eier, und auf Platz vier kommen schließlich Fleisch, Wurstwaren und Fisch. Geschätzt wird, dass etwa 40kg dieser insgesamt 70kg Lebensmittelabfälle pro Kopf vermeidbar wären.

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In der EU sieht es insgesamt sogar noch schlechter aus: Hier sind es 179kg Lebensmittel, die jährlich pro Person im Durchschnitt weggeworfen werden, insgesamt also etwa 89 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Weltweit sind es rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, die weggeworfen werden. Lebensmittelverschwendung entsteht dabei allerdings entlang der ganzen Lieferkette: Produktion, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und private Haushalte.

Bei der Landwirtschaft und Produktion sind vor allem Ernteverluste durch Wetter, Schädlinge oder Krankheiten Gründe dafür, weshalb Lebensmittel verloren gehen. Allerdings werden zudem auch Lebensmittel aussortiert, weil sie nicht den optischen Standards entsprechen, oder weil diese bei Ernte, Lagerung oder Transport beschädigt wurden. Außerdem kann auch Überproduktion ein Problem darstellen, bei er weit mehr angebaut wird als verkauft werden kann.

In der Verarbeitung und Industrie führen oft Produktionsfehler oder technische Störungen zu Verlusten, etwa in Form fehlerhafter Verpackungen oder falsche Etikettierungen. Zudem werden jene Produkte aussortiert, die die Qualitätsanforderungen nicht erfüllen. Reste und Nebenprodukte, die nicht weiterverarbeitet werden, landen oft ebenfalls im Abfall.

Im Handel werden häufig noch genießbare Artikel aussortiert, weil zum Beispiel das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist, die Verpackung beschädigt ist oder Druckstellen an Produkten wie Obst und Gemüse vorhanden sind. Auch die nicht verkauften Backwaren und Frischprodukte landen am Ende des Tages oft im Müll. Schließlich führen die meist überfüllten Regale und sehr großen Warenbestände zu Überschüssen, die nicht rechtzeitig aufgekauft werden.

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Die oft sehr großen Portionen in der Gastronomie führen zu Tellerresten, und auch Buffets verursachen hohe Mengen an übrig gebliebenen Speisen. Ein großes Problem hierbei ist, dass viele bereits angebotene Speisen aus Hygienegründen nicht weiterverwendet werden dürfen. Dazu kommt, dass die Planung der Gästezahlen sich meist als schwierig gestaltet und häufig Überproduktion zur Folge hat.

In privaten Haushalten sind häufig Gründe wie schlecht geplante Einkäufe und Mahlzeiten, Fehler bei der Lagerung und Aufbewahrung von Lebensmitteln, sowie auch eine zu starke Orientierung am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) verantwortlich. Dazu kommen auch übergroße Packungen, die nicht rechtzeitig aufgebraucht werden können, sowie Essensreste, die nicht verwertet oder vergessen werden und die in Folge verderben. Schließlich ist auch häufiges Außer-Haus-Essen ein Problem, welches dazu führen kann, dass Lebensmittel über längere Zeit nicht benötigt werden und schließlich schlecht werden.

Dass die Lebensmittelverschwendung an sich ein Problem darstellt, ist klar. Wie sich diese jedoch auch auf die Umwelt auswirkt sowie wirtschaftliche und soziale Probleme hervorrufen kann, wollen wir uns im nächsten Beitrag genauer ansehen.

Quellen:
https://www.bmluk.gv.at/themen/klima-und-umwelt/abfall-und-kreislaufwirtschaft/abfallvermeidung/lebensmittel/oesterreich/haushalte.html

https://www.wien.gv.at/umwelt/lebensmittel-abfaelle-zahlen-fakten
https://tafel-oesterreich.at/presseinformationen-2025/lebensmittelverschwendung-in-oesterreich/
https://www.wwf.at/nachhaltig-leben/lebensmittelverschwendung/

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Von: Miriam

30. Juli 2026

Bild: Foto von Marek Studzinski auf Unsplash

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