Im Jahr 2017 kletterte die Zahl der unterernährten Menschen weltweit auf 821 Millionen, etwa zwei Drittel davon leben derzeit in Asien. Als Folge davon sind momentan etwa 22% aller Kinder auf dem Globus aufgrund von Mangelernährung unterentwickelt und bleiben Gleichaltrigen gegenüber im Wachstum zurück. Im Kontrast dazu stellt allerdings auch das Übergewicht, das etwa einer von acht Erwachsenen mit sich herumschleppt, ein immer größeres Problem dar. In Ziel 2 der SDGs, ausformuliert „Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“, wird eine Zukunft der besseren Ernährung angepeilt.

Bild von Lukas Bieri auf Pixabay

So haben sich die UN-Mitgliedsstaaten etwa das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2030 den Hunger weltweit zu beenden und der gesamten Weltbevölkerung eine ausgewogene Ernährung bieten zu können. Auf diese Weise soll der Fehlernährung – also solche, die zu Unter- oder Übergewicht führt – ein Ende gesetzt werden. Was die Landwirtschaft angeht, wird in Ziel 2 geplant, vor allem kleinere Nahrungsmittelproduzenten oder auch Familienbetriebe intensiver zu unterstützen. Neue Technologien und Investitionen im Bereich der Agrarforschung sollen dabei die Kapazitäten zur Produktion ankurbeln. Natürlich soll dabei auch auf die Nachhaltigkeit geachtet werden: Die gesamte Lebensmittelproduktion soll so ablaufen, dass die Erhaltung der Ökosysteme nicht vernachlässigt wird. Auch auf den Erhalt der genetischen Vielfalt in der Pflanzenwelt und der Tierwelt wird vermehrt geachtet. Nicht zuletzt sieht Ziel 2 auch vor, dass der Handel mit Lebensmitteln geregelter abläuft: Handelsbeschränkungen auf den globalen Märkten werden korrigiert und verhindert, während die extremen Schwankungen der Lebensmittelpreise vermindert und begrenzt werden.

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Im Gegensatz zu Ziel 1 der Entwicklungsziele läuft die Umsetzung hierbei nicht ganz so reibungslos ab: Kaum einer der UN-Mitgliedsstaaten hat wirklich große Fortschritte machen können, in einigen machen sich sogar Rückschritte bemerkbar. Nach momentanem Stand von Ziel 2 lassen Prognosen verlauten, dass dieses bis 2030 nicht erreicht werden kann. Dies liegt vor allem daran, dass für das Eliminieren des weltweiten Hungers auch das Erfüllen von anderen Zielen nötig ist. So ist es zum Beispiel schwer, gegen den Hunger vorzugehen, während Teile der Welt noch in großer Armut leben oder durch Kriege verwüstet werden. Notwendig ist, z.B. eine Beschränkung der landwirtschaftlichen Produktion in den Ländern des Nordes. So soll verhindert werden, dass durch Export der Überschüsse die Landwirtschaft und damit auch Lebensgrundlage in ärmeren Ländern zerstört wird.

Um auch weiterhin für eine ausreichende Nahrungsmittelproduktion zu sorgen und diese sogar zu verstärken, muss den kleineren Betrieben, die in diesem Fall eine zentrale Rolle spielen, mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Außerdem ist es wichtig, mehr Wissen im Bereich der Agrikultur anzusammeln, um Böden und Wasser nachhaltiger zu nutzen, aber auch, um resistenter gegen den Klimawandel, Schädlinge und Krankheiten zu werden.

Quellen:
http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/2-kein-hunger/
https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/16673HLPF_2017_Presidents_summary.pdf
http://sdgindex.org/assets/files/2018/01%20SDGS%20G20%20Summary%202018%20WEB%20V6%20110918.pdf
https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-2-zero-hunger.html

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Von: Miriam

13. Mai 2019

Bild: United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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Was sind eigentlich die SDG?

Ziel 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Ziel 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Ziel 7: Zugang zu leistbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Ziel 9: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Ziel 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Ziel 14: . Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

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