Sanitärversorgung ist für uns in Österreich eigentlich schon eine Selbstverständlichkeit, die kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken ist. Dass das für 2,3 Milliarden Menschen weltweit allerdings nicht der Fall ist, kommt einem also beinahe unvorstellbar vor. Doch nicht nur Sanitäranlagen sind nicht für jedermann zugänglich, auch das Internet, das mit jedem Tag mehr an Wichtigkeit erlangt, ist noch lange nicht in jedem Haushalt vertreten. Mehr als 4 Milliarden Menschen sind es, die keinen Zugriff auf die Welt im Netz haben, 90 Prozent davon befinden sich in Entwicklungsländern. Für andere ist sogar stabile Elektrizität, die nicht jeden Moment ausfallen kann, ein Luxus. Nicht nur den Menschen selbst schadet der Mangel an Infrastruktur, auch ihre Wirtschaft leidet sehr darunter: In einigen Regionen Afrikas gehen Unternehmen 40 Prozent an Produktivität verloren, weil einige der notwendigen Einrichtungen nur mangelhaft oder gar nicht vorhanden sind. Ganz klar also, dass Infrastruktur ein wichtiger Punkt ist, der in den Entwicklungszielen nicht fehlen darf.

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Genau so sehen das die UN-Mitgliedsstaaten auch: Diese wollen nämlich, sowohl regional als auch grenzüberschreitend, eine hochwertige und widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen. Das Ziel ist, dabei die Entwicklung der Wirtschaft und die dort lebenden Menschen zu unterstützen, aber trotzdem auch die Umwelt nicht zu vergessen. Damit das möglich ist, wird vermehrt in die wissenschaftliche Forschung investiert, während auch die technologischen Kapazitäten ausgebaut werden. Mehr Investitionen fließen in Innovationen, außerdem wird die Anzahl der daran beteiligten Personen betrchtlich erhöht wird.

Besonders in den Entwicklungsländern betont man stark, wie wichtig es ist, die dortige Infrastruktur auszubauen und kleinere Industrie- und andere Unternehmen zu unterstützen. Dass dies dem Bruttoinlandsprodukt der jeweiligen Länder nur zugute kommen kann, scheint logisch: Durch eine breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung kann dieses zum Beispiel durch erhöhte Beschäftigung in diesem Sektor erheblich steigen.

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Doch nicht nur die Unternehmen haben den Ausbau dringend nötig: Auch an anderen Einrichtungen mangelt es! Und zwar vor allem an solchen, von denen es eigentlich genug geben sollte: Altersheime, Krankenhäuser, Schulen – auch das zählt alles zur Infrastruktur dazu. Egal, wie gut es der Wirtschaft in einem Land geht oder wie gut es um das Bruttoinlandsprodukt steht, wenn die dort lebenden Menschen nicht rund um die Uhr Zugang zu Krankenhäusern und Co. haben, sinkt die Lebensqualität dort trotzdem erheblich. Deshalb ist es in jedem Fall wichtig, sich nicht nur um das Wirtschaftswachstum durch neue Technologien zu kümmern, sondern sich auch darüber Gedanken zu machen, wie man zum Beispiel das Gesundheitswesen in einem Land durch Innovationen verbessern kann. Auch in Altersheimen könnten neue Technologien eine große Entlastung sein: Bereits jetzt gibt es schon Erfindungen, die ältere Menschen dabei unterstützen, ohne zusätzliche Hilfe in die Badewanne steigen und diese auch alleine wieder verlassen zu können.

Bei Ziel 9 geht es im Vergleich zu anderen Entwicklungszielen etwas schleppender voran, dennoch macht hier zumindest keines der Länder auffällige Rückschritte. Was man unter anderem auf jeden Fall auch den vielen Initiativen zuschreiben kann, die hierfür ergriffen wurden.

#FollowTheProject ist zum Beispiel eine davon: Hierbei setzen sich Bürger in Nigeria dafür ein, den Brauch, viele angefangene Projekte einfach auf Eis zu legen, zu beenden. Ziel dieser Bewegung ist es, die Regierung unter Druck zu setzen, all die begonnenen Baustellen zu Ende zu führen und dies auch anhand von aktuellen Analysen zu überprüfen.

Eine andere soziale Initiative ist Hand by Hands, die sich darauf fokussiert, 3D-gedruckte Prothesen zu entwerfen und herzustellen. Diese gehen an Menschen im Nordosten von Mexiko, die ansonsten nur schwer an solche gelangen können. Das Ziel hierbei ist, ebenjenen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Lebensqualität zu verbessern und vollen Gebrauch von ihrem Körper zu machen.

Abschließend kann man also sagen, dass auch die Erfüllung dieses Ziels bis 2030 durchaus möglich ist, wenn auch weiterhin viel in die verschiedenen Initiativen investiert wird.

Quellen:
https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-9-industry-innovation-and-infrastructure.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/industrie-innovation-und-infrastruktur/
http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf
https://s3.amazonaws.com/sustainabledevelopment.report/2019/2019_sustainable_development_report.pdf
https://sustainabledevelopment.un.org/partnership/?p=31850
https://sustainabledevelopment.un.org/partnership/?p=31766

Von: Miriam

11. Juli 2019

Bild: United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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