71 Prozent der Weltbevölkerung haben Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser. Eine Prozentzahl, die nach wie vor viel zu gering ist: Ganzen 844 Millionen Menschen mangelt es an Wasser, das sie ohne Bedenken trinken können. Trotzdem bleiben auch die Leute, die momentan noch an sauberes Trinkwasser gelangen, nicht unberührt – mehr als zwei Milliarden Menschen haben mit Wasserknappheit zu kämpfen, diese Zahl soll Prognosen zufolge in Zukunft noch weiter steigen. Keine Frage also, dass etwas getan werden muss, um die Lebensgrundlage aller Menschen zu erhalten – das ist auch den UN-Mitgliedsstaaten klar, die Ziel 6 in die Liste der Entwicklungsziele aufgenommen haben.

Das oberste Gebot bei Ziel 6 lautet, wie zu erwarten: Allen Menschen soll der Zugang zu einwandfreiem und leistbarem Trinkwasser möglich sein. Damit das möglich ist, muss dafür gesorgt werden, dass mit den verbleibenden Süßwasserressourcen verantwortungsvoll umgegangen wird. Das heißt also, dass Wasserverschmutzung durch Substanzen wie etwa Chemikalien so bald wie möglich der Vergangenheit angehören soll, um das Wasser gefahrlos wiederverwenden zu können. Verantwortungsvolle Nutzung bedeutet natürlich auch, dass das Süßwasser sparsam eingesetzt wird: Wasserverschwendung soll in allen Sektoren strenger kontrolliert werden.

Bild von Rony Michaud auf Pixabay

Um zu verhindern, dass der Weltbevölkerung in Zukunft die Wasserressourcen ausgehen, betonen die Mitgliedsstaaten in Ziel 6, dass es außerdem sehr wichtig ist, wasserverbundene Ökosysteme zu schützen und wiederherzustellen. Im Klartext also, dafür zu sorgen, dass zum Beispiel Berge, Wälder oder Feuchtgebiete auch in Zukunft bestehen bleiben.

Nicht nur zum Trinken ist Wasser absolut lebensnotwendig, auch für die Hygiene spielt es eine äußerst große Rolle: Ohne fließendes Wasser sind nämlich Einrichtungen wie Toiletten nicht möglich. Damit allen Menschen eine angemessene Sanitärversorgung zukommen kann, muss also auch dieses Thema von Ziel 6 beachtet werden.

Auch in diesem Bereich sind klare Fortschritte erkennbar, die meisten Mitgliedsstaaten können hierbei Erfolge feststellen. Zum Beispiel haben viele Regionen in Amerika damit begonnen, Trinkwasser höher zu besteuern, um zu vermeiden, dass die Bevölkerung verschwenderisch mit diesem umgeht. Durch die niedrigen Wasserpreise, die in vielen Gegenden noch üblich sind, bemerken die Menschen nämlich oft nicht, dass es sich dabei um knappe Ressourcen handelt: Viele wässern bedenkenlos den Gehsteig, spritzen ihre Zune mit dem Gartenschlauch ab oder füllen ihre Pools alle paar Tage neu mit Wasser.

Eine Lösung für dieses Problem hat zum Beispiel Irvine Ranch, ein Wasserdistrikt in California, gefunden: Die Grundmenge an Wasser, die notwendig ist, um etwa eine Familie zu versorgen, wird mit einem Preis besteuert, der für jeden Haushalt erschwinglich ist. Sobald ein Haushalt allerdings mehr Wasser als notwendig verbraucht, zum Beispiel, um einen Pool zu befüllen, steigen die Wasserpreise für diesen exponentiell. Diese Regelung bringt viele Haushalte in California nun dazu, zweimal darüber nachzudenken, wofür sie ihr Wasser einsetzen möchten und wie viel sie davon tatsächlich verbrauchen wollen.

Ein Ansatz, der nicht nur für die einzelnen Haushalte eine große Rolle spielt: Auch Unternehmen oder Bauernhöfe sollen in Zukunft mehr darauf achten, wie sie mit dem Wasser umgehen, das ihnen zusteht – und das nicht nur des Wasserpreises wegen.

Quellen:
https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-6-clean-water-and-sanitation.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/6-sauberes-wasser-und-sanitaerversorgung/
http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf
https://www.sdgindex.org/assets/files/2018/01%20SDGS%20G20%20Summary%202018%20WEB%20V6%20110918.pdf
https://www.nytimes.com/2014/10/15/business/economy/the-price-of-water-is-too-low.html

Von: Miriam

13. Juni 2019

Bild: United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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