Beinahe jeder Mensch ist bis zu einem gewissen Grad manipulierbar. Ob und wie schnell man sich gegen Manipulation zur Wehr setzt, ist individuell und auch häufig von gewissen Persönlichkeitseigenschaften und der Situation der Betroffenen abhängig. Dass allerdings ein großer Teil der Gesellschaft grundsätzlich empfänglich für Manipulation ist, haben sich Manipulator:innen in der Geschichte schon mehrmals zunutze gemacht und tun dies überall auf der Welt auch nach wie vor. Der Willen und die Überzeugungen ganzer Bevölkerungen werden ohne deren Wissen davon in bestimmte Richtungen gelenkt, um die Absichten einer oder mehrerer Personen zu erfüllen. Doch wie ist Manipulation in solch einem großen Ausmaß überhaupt möglich?

Generell gibt es zehn sehr wirksame Strategien zur Massenmanipulation, deren Ursprung allerdings nicht ganz klar ist – mal wird Noam Chomsky als deren Urheber angegeben, mal soll Sylvain Timsit deren Autor sein, vielleicht haben sie aber auch beide jeweils zehn sehr ähnliche Strategien verfasst. Obgleich umstritten ist, wer die zehn Strategien nun tatsächlich verfasst hat, steht dennoch fest, dass diese sehr effektive Manipulationstechniken darstellen.

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Die erste dieser zehn Strategien trägt den einfachen Titel Ablenkung. Hier geht es darum, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft von tatsächlich wichtigen Themen wie etwa politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen abzulenken. Eine besonders wirksame Methode dafür ist, die Nachrichten mit trivialen Inhalten wie zum Beispiel Mode, Promi-Hochzeiten und Seifenopern zu fluten. So sollen die Gedanken der Menschen beschäftigt werden, um zu verhindern, dass sie sich tatsächlich lebensrelevanten Themen widmen und hinterfragen, weshalb über diese kaum in den Medien berichtet wird.

Die zweite der Strategien, Problem – Reaktion – Lösung, kann man beinahe schon als eine Art politische Umfrage bezeichnen. Hierbei wird von der Politik ein Problem, eine Situation oder ein Gerücht geschaffen, anhand dessen bewertet werden soll, wie die Bevölkerung auf gewisse Maßnahmen reagieren würde und ob die gewünschte Reaktion wie etwa eine Volksmeinung oder Solidarität bei dieser hervorgerufen wurde. Im idealen Fall für die Politik erwartet die Bevölkerung daraufhin präventive Vorgehensweisen, die sie unter anderen Umständen möglicherweise niemals unterstützt hätten. Dadurch, dass die Manipulator:innen die Problemsituation selbst induziert haben, können sie dieses auch wieder lösen und werden daraufhin von der Gesellschaft als Held:innen angesehen.

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Gradualismus, die dritte der zehn Strategien, zielt darauf ab, eine sozial ungerechte Entscheidung, die üblicherweise zu einem Aufschrei in der Bevölkerung führen würde, über längere Zeit hinweg stufenweise umzusetzen. Anstatt gleich die große Maßnahme zu verkünden, die akzeptiert werden soll, wird die Gesellschaft stattdessen langsam und schleichend auf diese vorbereitet, um bei der tatsächlichen Bekanntgebung schließlich öffentlichen Widerstand, wie zum Beispiel Demonstrationen und Proteste, zu vermeiden.

Mehr zu den zehn Strategien der Manipulation folgt im nächsten Beitrag.

Quellen:
https://sylvia-geiss.de/wp-content/uploads/2020/09/Medien-10-Strategien-zur-Massenmanipulation.pdf
https://handbuch-manipulation.de/wp-content/uploads/2014/01/WB-Chomsky_10_Strategien_Massenmanipulation.pdf

Von: Miriam

29. Juli 2021

Bild: Ryoji Iwata auf Unsplash

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