Bereits im letzten Beitrag haben wir festgestellt, dass Massenmedien so einige Mittel haben, um manipulative Berichterstattung zu leisten. Sei es nun aufgrund der Wortwahl, der Personen, die zu Wort kommen oder der Bilder, die gezeigt werden – kaum ein Massenmedium ist in Hinsicht auf all diese Techniken unschuldig. Je nachdem, welches Ziel damit verfolgt wird, kann das Anwenden dieser Strategien komplett harmlos sein (zum Beispiel, wenn es bloß darum geht, mehr Zeitungen zu verkaufen) oder aber auch sehr verwerflich (etwa, wenn dadurch Zustimmung für politische Maßnahmen geschaffen werden soll, die den Menschen in Wahrheit schaden). Ein weiteres Mittel gibt es jedoch noch, das Massenmedien zur Manipulation verwenden können: Der Umgang mit Fakten. Insgesamt gibt es fünf besonders häufige Strategien, die dafür angewandt werden.

Die erste Strategie wäre dabei schlichtweg die Lüge, die allerdings sehr riskant für die Autor:innen oder Sprecher:innen ist. Dabei geht es um die Berufung auf nicht existierende Fakten, also auf angebliche Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen und nicht faktisch untermauert werden können. Da die Lüge allerdings bei ausreichend verfügbaren Informationen durch Faktenchecks sehr einfach widerlegbar ist und das betroffene Medium dadurch schnell seine Autorität und Glaubwürdigkeit verlieren kann, tritt diese Art der Manipulation verhältnismäßig seltener in den diversen Massenmedien auf.

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Viel subtiler ist da die Strategie der Insinuation, also das Äußern von Beschuldigungen oder Verdächtigungen. Hierbei wird die Realität eines nichtexistierenden Faktes unterstellt, anstatt diesen als Tatsache zu präsentieren, wodurch das Risiko wegfällt, die eigenen Äußerungen widerrufen zu müssen. Etwas einfacher gesagt wird also durch Aussagen wie zum Beispiel „Die Partei XY überschritt diesmal nicht die Wahlkampfkosten“ auf einen möglichen Fakt angespielt, in diesem Fall etwa, dass die Partei XY zuvor schon einmal die Wahlkampfkosten überschritten hat, ohne diesen tatsächlich zu nennen.

Besonders beliebt ist es in vielen Massenmedien auch, eine Meinung als einen Fakt darzustellen, die oft gar nicht so leicht zu enttarnen ist. Da es für den oder die Leser:in, Zuhörer:in oder Zuschauer:in häufig sehr kompliziert sein kann, eine Meinung von einem Fakt zu unterscheiden – vor allem, wenn sie nur sehr unterschwellig angedeutet wird –, wird diese in vielen Fällen einfach als objektive Tatsache angenommen. Dazu zählen beispielsweise Äußerungen wie etwa „Der Präsident wirkte heute sehr durcheinander“, die oft als neutral verstanden werden, tatsächlich aber Meinungen beinhalten.

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Natürlich kann Manipulation durch Massenmedien nicht nur dadurch stattfinden, dass einer Tatsache etwas dazugedichtet wird, sondern auch dadurch, dass einfach etwas weggelassen wird. Diese Strategie, bei der ein Fakt oder eine über den Fakt geäußerte Meinung ignoriert wird, nennt sich absichtliche Auslassung. Hierbei werden beispielsweise relevante Fakten, die von einer unerwünschten Konfliktpartei genannt werden, gerne unter den Tisch fallen gelassen und gar nicht erst angesprochen, was diese häufig an Glaubwürdigkeit einbüßen lässt.

Die fünfte und letzte Strategie, die Massenmedien häufig anwenden, ist die der versteckten Offensichtlichkeit. Hierbei wird die eigene Interpretation von Fakten als eine fixe Tatsache dargestellt, die weder bewiesen noch nachgewiesen werden muss, da sie ohnehin offensichtlich sei. „Der Aggressor“ und „die Imperialisten“ sind beispielsweise bloß Interpretationen der (häufig komplexeren) Realität, die allerdings laut dem Autor oder Sprecher eindeutig feststehen und keine weiteren Argumente und Belege brauchen.

Quellen:
https://www.grin.com/document/19583
http://www.rhetorik.ch/Macht/Macht.html
https://www.mebis.bayern.de/wp-content/uploads/sites/2/2015/04/Manipulation.pdf

Von: Miriam

14. Oktober 2021

Bild: methodshop auf Pixabay 

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