Beinahe ein jeder und eine jede wird das folgende Szenario kennen: Man denkt darüber nach, sich ein gewisses Produkt – vielleicht einen neuen Rasenmäher oder Schreibtischstuhl – zuzulegen, und plötzlich scheinen Werbeanbieter auf sämtlichen Websites nur mehr Anzeigen dazu zu schalten. Ob nun YouTube, Amazon oder Online-Zeitung, überall scheint bekannt zu sein, dass man Ausschau nach einem gewissen Produkt hält. Oft hat man dabei noch nicht einmal im Internet nach dem Produkt gesucht, sondern dieses bloß im Gespräch mit Freund:innen einmal nebenbei erwähnt. Woher wissen die Werbeanbieter also so viel über einen, dass sie genau die richtigen Produkte vorschlagen?

Foto von Jeremy Bezanger auf Unsplash

Die kurze Antwort auf diese Frage lautet ganz einfach: Daten. Auch, wenn man es gar nicht beabsichtigt und der Meinung ist, mit seinen persönlichen Daten eigentlich sehr geizig umzugehen, so gibt man im Internet doch sehr viel mehr über sich preis, als man denken würde. Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, wie viel die unterschiedlichsten Datenkraken eigentlich über einen wissen – und selbstverständlich auch, welche unerwünschten Konsequenzen dies mit sich ziehen kann.

Bevor wir uns allerdings in den nächsten Beiträgen damit befassen, wie, wo und von wem im Internet nach unseren Daten gegeiert wird, wollen wir zunächst noch einmal zwei Begriffe definieren, die im Alltag oft fälschlicherweise als Synonyme voneinander verwendet werden: Datenschutz und Datensicherheit.

Datenschutz ist vorrangig ein juristischer Begriff und umfasst sämtliche rechtlichen Vorschriften, die zum Schutz personenbezogener Daten existieren – in Österreich sind diese zum Beispiel unter anderem in der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und dem Datenschutzgesetz (DSG) festgehalten. Personenbezogene Daten sind sämtliche Daten, anhand derer man auf irgendeine Weise eine Person identifizieren kann, ob nun auf direktem oder indirektem Wege. Zu diesen zählen zum Beispiel Telefonnummern, IP-Adressen oder auch einfach Vor- und Nachname einer Person. Der Datenschutz zielt also darauf ab, die Privatsphäre und das informationelle Recht (also das Recht darauf, zu bestimmen, welche personenbezogenen Informationen man freigeben möchte) von Einzelpersonen zu schützen.

Foto von Dayne Topkin auf Unsplash

Datensicherheit hingegen bezieht sich nicht ausschließlich auf personenbezogene Daten, sondern umfasst auch beispielsweise Unternehmensdaten. Durch die Datensicherheit werden die Vertraulichkeit (nur befugte Personen können auf die Daten zugreifen), Verfügbarkeit (die vorhandenen Daten können bei Bedarf verwendet werden) und Integrität (die Unversehrtheit der Daten vor Manipulation und technischen Defekten) von informationsverarbeitenden technischen und nichttechnischen Systemen garantiert. Man könnte also ganz allgemein auch sagen, dass Datensicherheit all jene praktischen Sicherheitsmaßnahmen oder Ansätze zum Schutz von Daten umfasst, die den Schutz von Daten zum Ziel haben. Dazu gehören zum Beispiel Virenscanner, Firewalls und Spamfilter.

Im nächsten Beitrag beschäftigen wir uns mit den üblichen Verdächtigen Google, Facebook/Meta und Microsoft.

Quellen:
https://ec.europa.eu/info/law/law-topic/data-protection/reform/what-personal-data_de

https://www.dsb.gv.at/recht-entscheidungen/gesetze-in-oesterreich.html
https://www.bpb.de/themen/recht-justiz/persoenlichkeitsrechte/244837/das-recht-auf-informationelle-selbstbestimmung/
https://www.privacyxperts.de/datenschutz-und-datensicherheit-unterschiede-und-aehnlichkeiten/
https://www.datenschutzexperte.de/datenschutz-vs-datensicherheit/
https://www.datenschutz.org/datensicherheit-massnahmen/

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Von: Miriam

16. Juni 2022

Bild: Towfiqu barbhuiya auf Unsplash

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