Inzwischen haben wir schon erfahren, dass Datenbroker Informationen über Leute anhäufen und anschließend weiterverkaufen – eine Praktik, die gerade Personen, die sehr auf ihre Online-Privatsphäre bedacht sind, sauer aufstößt. Doch wo genau landen all diese Daten schließlich? Von wem werden diese Datenbündel eigentlich am Ende erstanden? Und ist das Geschäft der Datenbroker überhaupt legal?

Foto von Wil Stewart auf Unsplash

Wie bereits am Anfang der Reihe erwähnt, machen Datenbroker ihr Geld, indem sie die persönlichen Daten von Personen sammeln, analysieren und bündeln, um sie anschließend in Form von Konsument:innenprofilen weiterzuverkaufen. Dabei werden Personen anhand von Kontaktinformationen, demografischen Daten und Informationen zum Konsumverhalten bestimmten Kategorien zugeordnet, die je nach Art der Kategorie unterschiedliche Abnehmer:innen finden. Je besser die Daten aufbereitet werden und je sensibler diese sind, desto mehr sind sie selbstverständlich wert. Dabei sieht es so aus, dass ein Paket von Daten um einiges mehr wert ist als die Summe seiner Einzelteile: Für Konsument:innenkategorien wie „Reiche Singles“, „neue Hauseigentümer:innen“ und „Autofans“ sind die Kund:innen von Datenbrokern bereit dazu, einiges an Geld zu investieren. Problematischer und ethisch nicht mehr ganz so vertretbar sind allerdings Kategorien wie „Alkoholiker“, „Vergewaltigungsopfer“ und „Krebskranke“, denen Menschen ebenfalls zugeordnet werden können. Wird man von Datenbrokern in eine dieser Kategorien gesteckt, so kann man unter anderem etwa Opfer von ausbeuterischen Maschen diverser Anbieter:innen werden, die es auf Leute in verwundbaren Situationen abgesehen haben. Zuletzt muss allerdings auch noch erwähnt werden, dass manche Kund:innen von Datenbrokern, wie etwa solche von Personendaten-Brokern, nicht auf gebündelte Daten aus sind, sondern Informationen über eine ganz bestimmte Person erhalten möchten.

Bei den Kund:innen von Datenbrokern kann es sich beispielsweise um Werbeagenturen handeln, die möglichst auf die Empfänger:innen zugeschnittene Werbungen schalten wollen, sowie auch um Politiker:innen, die in erster Linie potentielle Wähler:innen beeinflussen wollen. Auch Finanzeinrichtungen können sich bei Datenbrokern Informationen über Personen einholen, um deren Kreditwürdigkeit und die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit ihren Ratenzahlungen in Verzug geraten, einschätzen zu können. Darüber hinaus könnten zum Beispiel auch Vermieter:innen und Arbeitgeber:innen an persönlichen Daten interessiert sein, die wissen wollen, wie verlässlich ein Mensch als Mieter:in oder als mögliche:r Mitarbeiter:in ist.

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Nun stellt sich als letzte Frage noch: Wie legal ist der Handel mit Daten denn eigentlich? Dies ist eine Frage, die sich nicht ganz so einfach beantworten lässt, da es sehr länderabhängig ist, wie eingeschränkt Datenbroker in ihrem Geschäft sind. In der EU ist die Rechtslage, was Daten angeht, beispielsweise um einiges strenger als in den USA, in China oder in Russland. Generell gilt jedoch, dass sämtliche Informationen, die aus öffentlich zugänglichen Quellen gewonnen wurden, benutzt und verkauft werden dürfen, ohne, dass die Datenbroker in Schwierigkeiten mit dem Gesetz geraten. In der EU ist durch die DSGVO strikt festgelegt, dass die Verbraucher:innen explizit dem Erfassen ihrer Daten zustimmen müssen, damit diese verwendet werden können. Darüber hinaus können sie auch das Löschen von diesen anfordern. In den USA beispielsweise ist die Gesetzeslage weniger eindeutig, da jeder Bundesstaat seine eigenen Gesetze hat, die unterschiedlich günstig für den Datenhandel ausfallen. Gewisse Informationen wie etwa medizinische Daten und Berichte sowie Kreditwürdigkeitsprüfungen sind jedoch üblicherweise geschützt. Da somit allerdings eine Grauzone zwischen Datensicherheit und den Rechten bezüglich der Online-Privatsphäre besteht, bewegen sich manche Datenbroker auf einem schmalen Grat zwischen legal gerade noch Erlaubtem und bereits illegalem Umgang mit Daten.

Quellen:
https://www.avg.com/de/signal/data-brokers
https://www.kaspersky.de/resource-center/preemptive-safety/how-to-stop-data-brokers-from-selling-your-personal-information
https://www.youtube.com/watch?v=wqn3gR1WTcA
https://privacybee.com/blog/what-are-data-brokers/

 

Von: Miriam

16. September 2022

Bild: Foto von Markus Spiske auf Unsplash

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