Im Gegensatz zu VPNs, die eher erst in den letzten Jahren so richtig in Trend gekommen sind, erfreuen sich Antivirenprogramme schon länger größerer Beliebtheit. Die meisten Leute haben auf ihrem Laptop oder PC bereits eines installiert (und schieben möglicherweise schon seit längerer Zeit das eine oder andere Update dazu auf, das immer wieder am Rande des Bildschirms aufploppt). Allgemeiner Konsensus ist also, dass Antivirenprogramme sinnvoll und nützlich sind. Doch auch hier stellt sich wieder die Frage: Welchen Mehrwert bringen Antivirenprogramme ihren Nutzer:innen wirklich?

Zunächst wollen wir uns einmal anschauen, was Antivirenprogramme denn tatsächlich machen. Wie es der Name eigentlich auch schon errät, ist es die Aufgabe von Antivirensoftware, Viren auf Computern und Netzwerken zu finden, zu erkennen und je nach Art des Virus verhindert, dass dieser überhaupt erst auf den PC gelangt oder diesen entfernt. Dabei greift das Antivirenprogramm auf eine vom Hersteller bereitgestellte Datenbank der bekannten Viren zurück, um diese korrekt zu identifizieren. Die meisten Antivirenprogramme können heutzutage nicht nur Computerviren, sondern auch andere schädliche Software wie etwa Trojaner, Spyware und Ransomware entdecken und löschen.

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Grundsätzlich kann man Antivirenprogramme in drei verschiedene Arten einteilen: Manuelle Virenscanner, Echtzeitscanner und Online-Scanner. Bei manuellen Virenscannern müssen sich die Benutzer:innen selbst darum kümmern, diese manuell oder zeitgesteuert zu starten. Dies ist jene Art von Virenscannern, die einem üblicherweise anzeigt, dass schädliche Software gefunden wurde und fragt, wie mit dieser umgegangen werden soll, was der Entscheidung der Nutzer:innen überlassen ist. Online-Scanner hingegen beziehen die zu überprüfenden Viren-Muster über ein Netzwerk, also online, wodurch sie stets gegen aktuelle Bedrohungen gewappnet sind. Diese Art von Antivirenprogrammen sollte man jedoch nur ergänzend zu einem installierten Virenscanner verwenden, da sie nur On-Demand funktionieren und keinen aktiven Schutz bieten. Echtzeitscanner benötigen keine manuelle Steuerung und sind stets im Hintergrund als Systemdienst aktiv, wobei sie beispielsweise den Arbeitsspeicher, Daten und Programme auf Schadsoftware überprüfen. Da aber nicht alle Datenformate so wie auch komprimierte Dateien bloß teilweise oder gar nicht gescannt werden, um Rechenleistung einzusparen, sollte man auch hier das System hin und wieder manuell scannen.

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Nun also zur interessanten Frage: Wie viel bringen Antivirenprogramme ihren Nutzer:innen tatsächlich? So ganz einfach lässt diese Frage sich nicht beantworten. Einerseits ist es nämlich so, dass Antivirenprogramme viele neue Viren nicht erkennen können, da es beispielsweise sogar Seiten gibt, auf denen die Urheber:innen von Computerviren überprüfen können, welche Programme einen Virus tatsächlich korrekt als einen solchen identifizieren würden. So ist es also durchaus nicht unüblich, dass Computerviren ohnehin die beliebtesten Antivirenprogramme umgehen können, weswegen diese häufig nicht ausreichend sind, um einen PC vor Angriffen zu schützen. Andererseits sind Antivirenprogramme jedoch besonders für diejenigen Personen eine hilfreiche Unterstützung, die im Alltag nicht immer auf all die Sicherheitsratschläge von Expert:innen hören und ab und an mal wider besseren Wissens auf dubiose Anhänge oder nicht sonderlich vertrauensvoll wirkende Links klicken. Hier können Antivirenprogramme schnell kleinen Fehlentscheidungen entgegenwirken und vor schädlichen Inhalten warnen.

Antivirenprogramme können also auf der einen Seite zwar keinen komplett verlässlichen, unverzichtbaren Schutz vor Computerviren bieten, da diese Antivirensoftware oft sehr effektiv austricksen können, können aber auf der anderen Seite zumindest eine kleine Sicherheitsvorkehrung darstellen, die weniger gefinkelte Schadsoftware erkennen kann.

Quellen:
https://softwarelab.org/de/was-ist-antivirensoftware/
https://unternehmer.de/lexikon/it-lexikon/antivirenprogramm
https://it-service.network/it-lexikon/antivirus
https://www.wired.com/2012/03/antivirus/

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Von: Miriam

20. Oktober 2022

Bild: Photo von FLY:D auf Unsplash

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