An wohl kaum jemandem wird all die Werbung für VPNs (Virtual Private Networks), speziell auf Privatsphäre fokussierte Browser und Antivirenprogramme, auch Virenscanner genannt, vorbeigegangen sein. Besonders, wer sich häufig auf Plattformen wie YouTube aufhält, wird definitiv schon einige Videos gesehen haben, die von einem der oben genannten Services gesponsert wurden. Die Versprechen, die dabei gemacht werden, klingen auch sehr einladend – doch wie viel davon hilft den Nutzer:innen in der Praxis tatsächlich dabei, mehr Privatsphäre und Sicherheit zu schaffen?

Bevor wir uns als Erstes ansehen, wie viel Gewicht denn den beworbenen Vorteilen VPNs tatsächlich beizumessen ist, wollen wir uns zunächst einmal damit auseinander setzen, was VPNs denn überhaupt sind – immerhin sind die meisten vertraut mit dem Begriff, können sich aber nicht immer etwas Konkretes darunter vorstellen.

Foto von Petter Lagson auf Unsplash

Virtual Private Networks, kurz VPNs (übersetzt Virtuelle Private Netzwerke), erlauben ihren Nutzer:innen, sich mithilfe eines VPN-Clients (ein Programm, das man etwa auf dem Computer, Handy oder Router installieren kann) in ein Netzwerk einzuklinken, mit dem sie nicht physisch verbunden sind, wie es etwa über LAN-Kabel oder das WLAN eines Routers der Fall ist. Dadurch, dass man die IP-Adresse desjenigen Netzwerkes erhält, mit dem man über das VPN verbunden ist, ist die eigene IP-Adresse nicht einsehbar und kann auch nicht zurückverfolgt werden. Gleichzeitig wird auch die Verbindung zwischen den Nutzer:innen und dem VPN-Server verschlüsselt, was umgangssprachlich auch als „Tunnel“ bezeichnet wird: Am Eingang des Tunnels werden die Daten vom VPN-Client verschlüsselt und durch das Internet an den VPN-Server geschickt, der diese wieder entschlüsselt. Sind die Nutzer:innen dann schließlich mit dem VPN-Server verbunden, dessen Standort sie bei den meisten VPN-Anbieter:innen frei wählen können, so läuft ihr gesamter Internetverkehr über diesen Server und sie übernehmen daher auch dessen IP-Adresse.

Wofür kann man als Privatperson nun aber VPNs nutzen? Besonders häufig werden VPNs genutzt, um Geoblocking zu umgehen, also um auf Inhalte zuzugreifen, die einem mit einer lokalen IP-Adresse nicht zugänglich wären. So kann man beispielsweise auf Netflix Serien anschauen, auf die man im eigenen Land normalerweise keinen Zugriff hätte. Dies ermöglicht es zudem aber auch, in Ländern, in denen besonders starke Zensur vorherrscht, dennoch die verbotenen Inhalte aufrufen zu können.

Foto von Jan Baborák auf Unsplash

Zudem erlauben VPNs ihren Nutzer:innen auch, etwa von zuhause oder aus dem Urlaub aus auf ein berufliches Netzwerk zuzugreifen. So ist es beispielsweise möglich, per VPN auf die Online-Versionen von Büchern der Karl-Franzens-Universität zuzugreifen, auf die man normalerweise ausschließlich vor Ort Zugriff hat.

Schließlich verwenden viele Nutzer:innen VPNs aufgrund der verschlüsselten Verbindung zum VPN-Server und der übernommenen IP-Adresse auch dazu, sich mehr Privatsphäre im Internet zu verschaffen. So ermöglichen VPNs es etwa, die eigene Identität im Internet zu verschleiern und sorgen darüber hinaus auch dafür, dass Internetprovider nicht einsehen können, welche Seiten Nutzer:innen aufrufen.

All dies klingt nun auf den ersten Blick einmal sehr vorteilhaft für die Nutzer:innen von VPNs. Doch wie effektiv sind diese in der Anwendung nun tatsächlich und wie viel Mehrwert bringen die Versprechen, die von VPN-Anbieter:innen gemacht werden, den einzelnen Nutzer:innen wirklich? Damit wollen wir uns im nächsten Beitrag beschäftigen.

Quellen:
https://www.privacytutor.de/vpn/
https://praxistipps.chip.de/was-ist-eine-vpn-verbindung_9649
https://www.ip-insider.de/was-ist-ein-vpn-a-625331/

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Von: Miriam

23. September 2022

Bild: Foto von Privecstasy auf Unsplash

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